AVANTGARDE ROCK: The Mars Volta

von | 08.08.2003

de-loused in the comatorium

Zeit sollte man sich für de-loused in the comatorium unbedingt nehmen. Das Debütwerk, ein Konzeptalbum der ehemaligen Bandmitglieder Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler Zavala von „At the Drive-In“ klingt alles andere als eingängig. Die musikalische Hommage an einen verstorbenen Freund, der 1996 bei dem Versuch, sich das Leben zu nehmen, zunächst ins Koma fiel, ist nichts für schwache Nerven – zu vertrackt die Soundlinien, zu komplex das orchestrale Mit- und Gegeneinander von Frickel-Gitarren, atemlosem Bass (gespielt von Red Hot Chilli Pepper Flea), sphärischen Keyboards, hämmerndem Schlagzeug und schließlich Cedrics bombastischem Gesang.

Die abgedrehten Höhenflüge von The Mars Volta besiegeln zwar die Abkehr vom früheren Punkrock à la Fugazi. Ihre Wurzeln haben die beiden Texaner dennoch nicht vergessen: Konsequent entwickelte, anspruchsvolle Musik, die mit jedem Hören grandioser wird, jetzt irgendwo anzusiedeln zwischen Progressive Rock, psychedelischer Jazz-Fusion und Spaceshuttle-Punk.

The Mars Volta, „de-loused in the comatorium“, Universal Records

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...

KULTURTIPP

Buchtipp: Anstalten

In „Anstalten“, Timo Brandts Nachfolgeroman zu „Oder die Löwengrube“ (woxx 1838), muss die Protagonistin Lynn wieder hinabsteigen: diesmal nicht ins sinnbildliche Tiefland ihrer endenden Beziehung, sondern in eine psychiatrische Einrichtung, die in einem Tal äußerst skurrile Zeitgenoss*innen beherbergt. Im Gespräch mit diesen entfaltet sich...

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen