MICHAEL WESELY: Langzeitbelichtung und Strichkodes

von | 23.06.2006

Der in Berlin lebende Fotograf Michael Wesely setzt sich in seinen Arbeiten mit den Materialien Licht und Zeit auseinander, um so das Wesen der Fotografie zu befragen.

Bekannt wurde Wesely durch seine Langzeitaufnahmen von Großbaustellen, wie denjenigen am Potsdamer Platz oder am Leipziger Platz in Berlin, sowie den Fotos vom Neubau des Museum of Modern Art in New York. Diese schwarz-weiß Aufnahmen sind gespenstische Dokumente. Auf einem Foto wird die zeitliche Entwicklung von mehreren Monaten, ja sogar Jahren festgehalten. So entstand etwa ein Bild von den Bauarbeiten am Potsdamer Platz, das vom 9. April 1999 bis zum 11. Dezember 2000 belichtet wurde; es dokumentiert die Entwicklung von den Grundmauern bis zu den fast fertigen Gebäuden. Wesely gelingt es auf innovative Art und Weise, den Zeitverlauf zu bannen.

Andere Experimente machte Wesely mit einer selbstgebauten Lochkamera, mit der er die bunte Gastronomiewelt in New York fotografierte. Auch wenn die großformatigen Fotos Titel tragen wie „Ray’s Pizza Restaurant“ ist das Ergebnis ein poppiger vertikaler Strichkode. Der Fotograf entfremdet seine Motive derart, dass sie nicht mehr identifizierbar sind. Auch auf Mitteleuropa richtet Wesely seine Kamera und erzeugt Bilder, die unter rustikalen Titeln wie „Alpenpanorama bei Bach“ erneut auf reine horizontale Farbebenen reduziert sind. Die sehenswerte, von der Deutsche Bank gezeigte Ausstellung, beeindruckt durch die breite Auswahl der Werke.

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