YVON LAMBERT: Rumänische Impressionen

von | 06.04.2007

Wer die Ausstellung Retours de Roumanie des Luxemburger Fotografen Yvon Lambert noch sehen will, der sollte sich sputen! Die rund vierzig schwarz-weiß Aufnahmen, die in der Galerie Salzinsel der Escher Kulturfabrik noch bis zu diesem Samstag gezeigt werden, sind das Ergebnis mehrerer Rumänienreisen nach dem Sturz des Ceausescu-Regimes. Die Medienbilder der so genannten Dezemberrevolution von 1989, des Elends in den Waisenhäusern und der Straßenkinder von Bukarest im Kopf, wollte Lambert sich ein eigenes Bild des Alltags machen. Das Ergebnis sind sehr poetische, zuweilen melancholische Aufnahmen eines armen, landwirtschaftlich geprägten Landes, das sich mitten im Umbruch befindet. Dabei gelingt es dem Fotografen mit Momentaufnahmen eine komplexe Geschichte zu erzählen – als ob es Standbilder einer Filmsequenz wären. Wie zufällig, im Vorbeigehen hält Lambert nicht nur den Bauer auf dem Feld fest, sondern auch den Passant auf der Straße. Immer wieder fotografiert er durch Häuserfenster und fängt ein Kaleidoskop von sich ineinander spiegelnden Innen- und Außenansichten ein: Es überlagert sich ein Gesicht am Fenster mit den vorbeifahrenden Autos und das Blumenmuster der Gardinen mit den trostlosen Hausfassaden. Dadurch gelingt es ihm Gegensätze zu schaffen, nicht nur indem er das Persönliche des Einzelnen dem Einerlei der Außenwelt gegenüberstellt, sondern auch indem er Relikte einer anderen Zeit kontrastiert. Insgesamt eine sehenswerte Ausstellung.

In der Kulturfabrik,
noch bis zum 7. April.

Dat kéint Iech och interesséieren

EXPO

Kunst gegen Gewalt: Der Prozess der Heilung

Für das Projekt „Ugegraff“ schaffen 50 Künstler*innen eine Ausstellung, die während ihrer Vernissage (fast) vollständig zerstört wird. Schritt für Schritt werden die Werke nun neu zusammengesetzt. Ein Projekt über häusliche Gewalt, oder: wenn Kunst Gewalt spiegelt. Es ist der Abend des 25. September. Im Eingangsbereich des Musée national de la...