DEUTSCH: Journaille: 107 hits

von | 09.02.2007

„Bevor sie deutsch fühlen, sollten sie es lernen!“ Mit diesem wütenden Anwurf hatte der 1936 verstorbene Sprachkritiker Karl Kraus die Teutonen einst bedacht. Während frühvergreiste Sprachakrobaten wie der „Zwiebelfisch“ Bastian Sick dies nicht etwa als Aufforderung betrachten, ihren Landsleuten die Deutschtümelei publizistisch um die Ohren zu schlagen, sondern diese im Gegenteil mit inhaltsleeren Besserwissereien malträtieren, die zu allem Überfluss als unterhaltsam goutiert werden, kann man nun im Internet ein Gegenmittel finden. Denn die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat sämtliche 922 Nummern der von Kraus herausgegebenen Zeitschrift „Die Fackel“ ins Netz gestellt. Auf rund 22.500 Seiten kann man kostenlos nachlesen, wie sich bei Karl Kraus die Dialektik von Form und Inhalt zu einer meisterlichen Polemik entfaltet, die aus der Sprache eine scharfe Waffe macht. Das musste nicht nur Karl Kraus‘ Zeitgenosse Imre Békessy erfahren, dessen Boulevardblatt Kraus mit seinen Artikeln buchstäblich aus Wien hinausjagte, nachdem er Opfer einer Schmierenkampagne Békessys geworden war. Auch die Freunde des Bonmots werden ihre Freude haben: Die Online-Lektüre, die sowohl im modernen Satz als auch im Faksimile möglich ist, wurde um die Möglichkeit der Volltext-Schlagwortsuche erweitert.

http://corpus1.aac.ac.at/fackel/

Dat kéint Iech och interesséieren

MEDIEN

Künstliche Intelligenz: Klicken statt Denken

Künstliche Intelligenz hat sich in den Leben vieler Menschen eingenistet – ob sie es wollen oder nicht. Doch macht sie uns mit ihren zahlreichen, vielversprechenden Eigenschaften wirklich einen Gefallen oder schadet sie uns im Endeffekt nur? Sogenannte künstliche Intelligenz kann mittlerweile als persönliche virtuelle Assistentin beinahe alles...

MEDIENNEWS

Drohende Massenüberwachung: Kritik an Chatkontrolle

Bislang kann man in den „Chats“ verschiedenster Dienste verschlüsselt und damit relativ sicher kommunizieren. Nun wirbt die dänische EU-Ratspräsidentschaft für einen Vorschlag, das zu beenden. Ein offener Brief von Wissenschaftler*innen spricht sich gegen die Kontrolle aus, und in Luxemburg kommt Kritik von den „Jonk Demokraten“. Seit Jahren...

FILMMEDIEN

Trashfilme: Goutierte Geschmacklosigkeit

Trashfilme sind laut, überzogen und schräg. Doch warum haben die schlechtesten Filme aller Zeiten so viele Fans? Über die Faszination und Vielfalt eines Genres, das mehr hergibt, als man zunächst annehmen könnte. In „Attack of the Killer Tomatoes!“ aus dem Jahr 1978 terrorisieren mutierte Riesentomaten eine US-amerikanische Kleinstadt, bis sie...

MEDIEN

KI in Luxemburg: Die Revolution lässt auf sich warten

Künstliche Intelligenz soll die Arbeitswelt revolutionieren, heißt es oft. Doch deren Einsatz beschränkt sich überwiegend auf Chatbots, wie eine aktuelle Studie der Industriellenvereinigung Fedil für Luxemburg bestätigt. Werden bald Millionen arbeitslos, weil Computer ihnen die Jobs wegnehmen? Können sich Eigentümer*innen auf unermessliche...