INSTALLATION: Lost in translation

Rund 230 Quadratmeter Labyrinth hat Laurent Pariente im Mudam errichtet. Ein Farbenrausch, um sich zu verlieren.

An den Glasirrgarten auf der Schueberfouer oder an die Grafiken des niederländischen Künstlers M. C. Escher mit ihren optischen Verzerrungen fühlt man sich bei der Installation von Laurent Pariente erinnert, die seit kurzer Zeit den Grand Hall im Mudam ausfüllt. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Pariente alles in knalligen Farben hält.

Rund 150 Holzrahmen von unterschiedlicher Breite und vier Metern Höhe hat der in Algerien geborene und mittlerweile in New York lebende Künstler mit transparenter PVC-Folie bespannt und in den Farben des Farbkreises bemalt. Anschließend hat er die Wände zu verschachtelten und ineinander übergehenden Raumstrukturen montiert. Das Ergebnis ist ein leuchtendes Labyrinth aus vielfarbigen Seitenwänden. Rund 100 Öffnungen führen von einem Raum in den nächsten. Wobei der Blick durch die überlagernden transparenten Farbflächen der Räume bis zu den Innenwänden des Mudams schweifen kann. Eigentlich nur vom Balkon des Museums lässt sich die geometrische Struktur der Installation komplett überblicken.

„Sans Titre“ nennt Laurent Pariente seine Installation, die sich mit der „Durch-Sicht“ beschäftigt, dem „Hinein-Sehen“ in Raumoberflächen, die letztlich nicht mehr zweidimensional sondern ihre Dreidimensionalität auf-grund des überlagernden Farbspektrums bis zum Diffusen inszenieren. Ganz ohne Zentrum ist dieser Irrgarten: Nur der Blickwinkel der Betrachter, sowie das einfallende Licht verändern das Erscheinungsbild der Installation.

Seit Ende der 1980er Jahre beschäftigt sich Laurent Pariente mit Malerei, Skulptur und Architektur. Schon früh begann seine Auseinandersetzungen mit dem Thema „Wand“, mit aus Stellwänden und Durchgängen bestehenden Raumstrukturen.

Auch wenn seine Arbeiten nichts für Klaustrophobiker sind, ist die Installation eine erlebnisreiche Sinneserfahrung.

Noch bis zum 15. September im Mudam.


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