BUCH: „Männer sind wie Pfirsiche“

Harald Martenstein muss es wissen. Schließlich lässt er das Vorwort seines jüngst erschienenen Buches „Männer sind wie Pfirsiche“ von Alice Schwarzer schreiben, der Paradefeministin, die demnächst ihren Chefsessel bei der Zeitschrift „Emma“ einer anderen überlässt. Dass Männer in ihrem tiefsten Innern irgendwo dennoch monogam sind, darüber philosophiert Martenstein und ist gleichzeitig davon überzeugt, dass das noch niemand so schön ausgedrückt hat, wie er selbst. Überhaupt dreht sich bei Martenstein alles um ihn selbst. Obwohl – wie er einmal ausplaudert – ihm seine Redaktion verboten hat, seine Kolumnen mit dem Wörtchen „Ich“ zu beginnen, zieht sie dennoch Profit aus dieser Nabelschau: Schließlich hat Martenstein als Kolumnen-Schreiber bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ Maßstäbe gesetzt. Und nun erstmals eine Sammlung seiner Kolumnen in Buchform verlegen lassen. Hier widmet er sich nicht nur dem persönlichen Einerlei, sondern denkt auch über die jüngsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft nach, sowohl die großen als auch die kleinen. Er macht sich Gedanken über Anrufbeantworter, Prostata und über Kommunikationsverhalten, verliert dabei aber nie das Wesentliche aus den Augen – oder fast nie. Schließlich gehört der ausschweifende Plauderton zu seinen Geschichten und macht sie so unverwechselbar und amüsant. Auch wenn man das Prinzip „Martenstein“ nach der zweiundsechzigsten Kolumne definitiv verstanden hat, lohnt die Lektüre allemal.
Harald Martenstein – Männer sind wie Pfirsiche. Bertelsmann Verlag, 176 Seiten.


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