Kulturkadaver

+++ Fast psychedelisch muten die Silberreliefs von Vojislav Bilbija an, einem Zahnarzt und serbisch-orthodoxen Priester, dessen Werk zurzeit in der Abbaye de Neumünster zu sehen ist. Dabei ist die Kunstfertigkeit dieses Autodidakten vielfältig: Von bunten Ölgemälden, die populäre Themen und archetypische Figuren in naiver Malweise darstellen und dabei sowohl Elemente seiner holländischen Wahlheimat als auch seines Geburtsortes Bos Grahovo aufgreifen, über die Ikonenmalerei in traditioneller Tempera-Technik bis hin zu feinen Schmuckarbeiten sowie Skulpturen in den Materialien Holz oder Elfenbein reicht sein Repertoire. Neben der Darstellung von Figuren des christlich-orthodoxen Glaubens visualisieren seine Arbeiten auf sehr intuitive und populäre – weniger fragende – Art die Frömmigkeit des serbischen Volkes und die Leiden des erfahrenen Krieges. Thematisch düster sind die expressiven Silberreliefs, in denen evangelische oder apokalyptische Themen umgesetzt wurden, die von einer stark dualistisch geprägten Auffassung von Gut und Böse, Himmel und Hölle zeugen. +++

+++ “I’m From Barcelona“, die Popgruppe aus dem schwedischen Jönköping, die kürzlich in der Rockhal auftrat, schickt sich an, die Kindheit zurückzuerobern. Mit bunten Luftballons, Konfettiorgien und Papierflugzeugen bearbeitet das rund 29 Mitglieder umfassende Ensemble sein Publikum. „Wir leben gern!“, so scheint das Motto. Dabei ist sich die schwedische Rasselbande nicht zu schade, mittels banaler Texte und eingängiger Musik exzessive Gute-Laune-Musik zu verbreiten und das in dem Maße, dass das Ganze wie eine verkitschte Mischung aus Kelly Familie und Village People erscheint. Entstanden ist die „Come Together, Popfamilie“ nachdem ihr Gründer Lundgren 2005 verschiedene Songs geschrieben hatte und seine Freunde ermutigte, an seinem Liedgut die eigenen künstlerischen Fähigkeiten auszuprobieren. So entstand bald das erste Album „Let Me Introduce My Friends“ sowie im August 2005 der erste Live Auftritt der 29 Bandmitglieder. +++

+++ A qui les pieds? Certains des nouveaux tableaux de Dany Prüm exposés à la Dexia invitent à des jeux de devinettes, puisqu’ils montrent des bas de corps illustres. Mais lors du vernissage lundi dernier, il y avait au moins autant de politicien-ne-s et autres V.I.P. qui dérobaient les toiles à la vue. Allez-y donc un jour plus tranquille et découvrez, à côté des pieds, des portraits de bi- et de quadripèdes, ainsi qu’un catalogue bien fourni rédigé par le curateur de l’expo, Christian Mosar.

+++Ça y est ! La première rivalité entre groupes luxembourgeois a éclatée sur le web 2.0. Les beaux garçons d’Eternal Tango sont parodiés dans un clip sur www.youtube.com (http://www.youtube.com/watch?v=wzCrEPj2Bho) par leurs collègues, les métalleux d’Everwaiting Serenade. C’est surtout le chanteur d’Eternal Tango qui en fait les frais, car – c’est vrai – personne ne comprend ce qu’il chante. Leurs concurrents se sont tout simplement amusés à proposer un autre texte, à l’humour pour le moins caustique, et de le mettre en images. Qui a dit que passer ses journées sur le web enfreignait la créativité ?


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