Kulturkadaver

+++ Wie der imposante Bauch eines Walfischs ragt die so genannte „bulle“ in die große Aula des ehemaligen Ciné Cité-Gebäudes. Sie ist das architektonische Herzstück des Entwurfes, mit dem das Architekturbüro „Beng“ das Rennen für die Umnutzung des letzten Kinogebäudes zum „centre socio-culturel“ in Luxemburg-Stadt gewonnen hat. Den Stand dieser Umbauten zu bewundern, diese Gelegenheit bot letzte Woche erstmals die „association luxembourgeoise des ingénieurs, architectes et industriels“. So beinhaltet die „bulle“, das schwebende Raumkonstrukt bestehend aus Stahlträgern, ein tontechnisch gut ausgestattetes Auditorium, das rund 160 Personen Platz bietet. Es gilt als Ergänzung zu den eher kleineren Veranstaltungsräumen des Cercle. Daneben enthält das neue „centre socio-culturel“ auf der ersten Etage eine Lounge, die multifunktionell nutzbar sein soll sowie die Stadtbibliothek. Diese erstreckt sich über drei Etagen, vom Erdgeschoss bis zum zweiten Untergeschoss. Schwierig sei laut Bauleitung, insbesondere die Planung der Fluchtwege und Sicherheitsvorkehrungen gewesen, da der Grundriss des Gebäudes recht klein ist. Dazu komme der schwere Zugang zum Gebäude, deshalb hätten die Lieferungen für die Montage vor allem nachts stattgefunden. Insgesamt darf man auf die Teileröffnung Ende des Jahres gespannt sein, damit das Stadtzentrum endlich wieder über Veranstaltungsorte verfügt. +++
+++ „Frauenleben – Frauenlegenden“ nennt sich der neue Streifzug durch die Stadtgeschichte, der sich explizit auf die Sozialgeschichte der Frauen sowie auf Frauenfiguren im Bereich Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport basiert. Die Initiative zu diesem Rundgang ging vom „Cid-femmes“ aus und kann zukünftig beim „City Tourist Office Luxemburg“ gebucht werden. Am 8. März, dem internationalen Frauentag, fand denn auch der erste Stadtrundgang statt: Hier erfuhr man zum Beispiel, dass die Einführung des Frauenwahlrechts am 8. Mai 1919, eher aus politischem Kalkül heraus passierte, um die Monarchie zu erhalten, denn aus frauenrechtlichen Erwägungen. Auch die Sozialgeschichte streift der Rundgang: Berichtet wird über die katastrophalen Zustände der Königlich-Großherzoglichen Entbindungsanstalt im Pfaffenthal. In puncto Mädchenerziehung oder Bildungschancen von Frauen in Luxemburg haben die Schwestern der Klosterschule der Klarissinnen Maßstäbe gesetzt. Spannend ist auch der Flügel der jüdischen Geschichte, die im Rahmen der Führung angesprochen wurde. Einziger Nachteil: Die Führung war zu lang. Sie könnte anekdotischer sein, noch stärker auf das Sozial- und Gesellschaftsleben der Frauen eingehen und sich eher auf gewisse Zeitabstände konzentrieren, statt sich zwischen den Jahrhunderten zu verlieren. +++
+++ C’est une honte que ce film important ne soit montré qu’à deux reprises dans notre pays et cela dans le cadre du Cinédit de mercredi et jeudi dernier. « L’avocat de la terreur », de Barbet Schroeder essaie d’analyser la vie de Jacques Vergès, qui fût l’avocat entre autres de Klaus Barbie, le boucher SS de Lyon. On découvre un homme qui aime se cacher derrière sa réputation sulfureuse et qui se délècte de toujours en savoir un peu plus que les autres. En d’autres mots : il prend tout le monde pour des cons. Cependant, ce film montre des témoignages inédits surtout sur les débuts de la carrière de Vergès : son amour et le mariage avec l’égérie de la révolution algérienne Djamila Bouhired, ses années de disparition entre 70 et 78 ainsi que ses liens avec le terrorisme international. Si Vergès lui-même se plaît dans le rôle du sphinx, ses proches – dont le dessinateur Siné – donnent des contours plus humains à celui qui se veut toujours un combattant anti-colonial et qui a mal digéré ce que la France a fait à ses colonies. A voir absolument dès sa sortie en DVD, car même si on n’aime pas Vergès : sa biographie étonnante établit des liens qui donnent le vertige et sont aussi une bonne piqûre de rappel pour beaucoup de gens trop bien installés dans leurs convictions. +++


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