Der Titel des Geschichtenbandes des norddeutschen Autors Frank Schulz klingt erst einmal sehr schnulzig. Aber schon das Anfangszitat: „Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe, als sie verdienen“ der Dichterin Marie-Luise von Ebner-Eschenbach setzt das Darauffolgende wieder ins richtige Licht: Es handelt sich mitnichten um romantische Kurzgeschichten, sondern um eine Sammlung von Miniaturen die alle im Themenfeld der Liebe, der Lust, des Schmerzes und des Verlusts spielen. Von der Sehnsucht nach der unmöglichen Liebe, die sich im Zeitraum einer Sekunde einstellt, über den Verlust des eigenen Körpergefühls, bis hin zur knallharten Vergewaltigungszene – Frank Schulz’ Erzählungen decken das gesamte Spektrum ab. Schulz, den Harry Rowohlt einmal als seinen Lieblingsautor bezeichnet hat, bringt es fertig uns all das menschlich näher zu bringen indem er uns zum Lachen, Grinsen, Heulen und Mitfiebern bringt. Eigentlich ein ideales (Vor-)Weihnachtsgeschenk.
„Mehr Liebe – Heikle Geschichten“, Frank Schulz. Erschienen bei rororo, 292 Seiten.
Regisseur Michelangelo Antonioni: Der Weg in die filmische Moderne
Michelangelo Antonioni ist ein Name, der für den Film ebenso wichtig ist wie Marguerite Duras für die Literatur oder Giorgio de Chirico für die Malerei. Zweifelsohne gilt der italienische Regisseur als einer der bedeutendsten Modernisierer*innen des Kinos in Europa nach 1950. Sein Werk prägt die internationale Filmgeschichte. Die Bedeutung von...

