(avt) – Wer in den letzten Wochen dem Weihnachtsrummel entfliehen wollte und Lust auf Unterhaltung mit Niveau hatte, sollte Sabine Mittereckers Inszenierung von Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“ im Grand Théâtre nicht verpasst haben. Der aussichtslose Kampf des Individuums gegen eine Gesellschaft von Spießbürgern und Opportunisten wird in Horváths Komödie auf die Spitze getrieben. So abgehalftert das Bühnenbild, so trostlos und prollig die Figuren, die die Bühne bespielen. Heruntergekommene Gestalten mit schizophrenen Dialogen tragen das zweistündige Stück, in dem die Männer samt und sonders verkommen sind. Sie saufen sich die Hucke voll und frotzeln. Es lebe der Hosenstallhumor! Germain Wagner schlurft als vertrottelter Kellner über die Bühne. Elfriede Schüsseleder spielt passioniert die einst mondäne Baronin von Stetten, der alle schon viel zu lang am Rockzipfel hängen – bis die einstige Geliebte des Hoteldirektors Strasser, Christine, in Erscheinung tritt. Die Herren zerreißen sich das Maul über sie, bis sie Wind von ihrer Erbschaft bekommen und ihr zu Füßen liegen: eine Bande opportunistischer Speichellecker.
Regisseur Michelangelo Antonioni: Der Weg in die filmische Moderne
Michelangelo Antonioni ist ein Name, der für den Film ebenso wichtig ist wie Marguerite Duras für die Literatur oder Giorgio de Chirico für die Malerei. Zweifelsohne gilt der italienische Regisseur als einer der bedeutendsten Modernisierer*innen des Kinos in Europa nach 1950. Sein Werk prägt die internationale Filmgeschichte. Die Bedeutung von...

