Wenn Poetry-Slammer sich an ihren ersten Roman wagen, sind die Erwartungen naturgemäß groß. Bei „Die Klasse von 77“ des luxemburgischen Slammers, Lesebühnen-Organisators und Phlegmatikers im Weinberg des Herrn, Francis Kirps, war das nicht anders. Ein „Coming-of-Age“-Roman, in dem 9-Jährige nach dem Zusammenstoß mit einer Ramones-Kassette in ihrem Heimatdorf die Punkrevolution ausrufen, entspricht sicherlich auch den Erwartungen. Es sind zumal die Verstrickungen, in die der Ich-Erzähler und seine Mitstreiter geraten, die das Lesen zum purem Vergnügen machen. Gespickt mit vielen Pop-Referenzen, die sich nicht nur absoluten Kennern der Punkgeschichte erschließen, und allerlei menschlich-allzumenschlichen Allüren, die der Autor geschickt aufs Korn nimmt, ist „Die Klasse von 77“ mehr als nur eine Sammlung aneinandergereihter Slam-Texte. Es ist tatsächlich ein Roman daraus geworden, der, wie (fast) alle Bücher dieser Gattung, auch ein paar Schwächen aufweist – zumal beim Aufbau und beim Finale, wahrlich kein Knaller. Das ändert nichts daran, dass sich die Lektüre lohnt. Und es wird klar: Da geht noch mehr!
Regisseur Michelangelo Antonioni: Der Weg in die filmische Moderne
Michelangelo Antonioni ist ein Name, der für den Film ebenso wichtig ist wie Marguerite Duras für die Literatur oder Giorgio de Chirico für die Malerei. Zweifelsohne gilt der italienische Regisseur als einer der bedeutendsten Modernisierer*innen des Kinos in Europa nach 1950. Sein Werk prägt die internationale Filmgeschichte. Die Bedeutung von...

