Francis Kirps: Die Klasse von 77

von | 22.09.2016

1390kus_kultur_kirpsWenn Poetry-Slammer sich an ihren ersten Roman wagen, sind die Erwartungen naturgemäß groß. Bei „Die Klasse von 77“ des luxemburgischen Slammers, Lesebühnen-Organisators und Phlegmatikers im Weinberg des Herrn, Francis Kirps, war das nicht anders. Ein „Coming-of-Age“-Roman, in dem 9-Jährige nach dem Zusammenstoß mit einer Ramones-Kassette in ihrem Heimatdorf die Punkrevolution ausrufen, entspricht sicherlich auch den Erwartungen. Es sind zumal die Verstrickungen, in die der Ich-Erzähler und seine Mitstreiter geraten, die das Lesen zum purem Vergnügen machen. Gespickt mit vielen Pop-Referenzen, die sich nicht nur absoluten Kennern der Punkgeschichte erschließen, und allerlei menschlich-allzumenschlichen Allüren, die der Autor geschickt aufs Korn nimmt, ist „Die Klasse von 77“ mehr als nur eine Sammlung aneinandergereihter Slam-Texte. Es ist tatsächlich ein Roman daraus geworden, der, wie (fast) alle Bücher dieser Gattung, auch ein paar Schwächen aufweist – zumal beim Aufbau und beim Finale, wahrlich kein Knaller. Das ändert nichts daran, dass sich die Lektüre lohnt. Und es wird klar: Da geht noch mehr!

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