Filmemacher Martin Keßler am Dienstag in Remerschen

von | 30.05.2021

Der Filmemacher Martin Keßler wird am Dienstag um 20 Uhr den siebten Teil seiner Dokumentarfilmreihe „Count-Down am Rio Xingu“ in der Valentiny Foundation präsentieren.

Martin Keßler (Foto: Neue Wut / Martin Keßler Filmproduktion)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Martin Keßler, Jahrgang 1953, ist in Luxemburg kein Unbekannter. Bereits 2018 hatte er auf Einladung des Klimabündnisses und der Action Solidarité Tiers Monde (ASTM) bei der Vorführung  des fünften Teils von „Count-Down am Rio Xingu“ (D, 2016, 95 Min.) in drei Klimabündnisgemeinden dem Publikum Rede und Antwort gestanden. In der Serie geht es um das Staudammprojekt Belo Monte am Rio Xingu, einem Fluss der in den unteren Amazonas mündet. Seit 2011 wird daran gebaut und er soll einmal der drittgrößte Staudamm der Welt werden. Martin Keßler dokumentiert in seiner Serie seit über zehn Jahren die Widerstandsbewegung gegen Belo Monte, die sich Morddrohungen und massiven Übergriffen ausgesetzt sieht. Wobei es sich hier nur um die Spitze des Eisbergs handelt, denn insgesamt sollen mehr als 150 Staudämme in den kommenden Jahren im Amazonasgebiet errichtet werden

Die Realisierung des Belo-Monte-Vorhabens geht mit massiven Menschenrechtsverletzungen und Umweltschädigungen einher, und würde nicht nur die Überflutung von 400 Quadratkilometern Regenwald, sondern auch die Vertreibung von 14.000 Flussanwohner*innen, sowie die Umsiedlung einer ganzen Stadt von mehr als 20.000 Einwohner*innen bedeuten. Dahinter steht der brasilianische Baukonzern Odebrecht, der seit 2013 auch mehrere Tochterunternehmen in Luxemburg gegründet hat, über die die Finanzierung von Staudämmen in ganz Lateinamerika abgewickelt wird. In dieser Hinsicht leistet die Vorführung auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes in Luxemburg.

Zum 5. Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika „Laudato Si'“von Papst Franziskus , in der Umwelt- und Klimaschutz thematisiert wurden,  finden seit einem Jahr weltweit Aktionen und Veranstaltungen statt, um auf bestehende soziale Ungerechtigkeiten und auf die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen hinzuweisen, und den Mitgliedern der katholischen Kirche die gemeinsame Verantwortung in diesen Fragen in Erinnerung zu rufen.

In Luxemburg lädt das Erzbistum gemeinsam mit Partage.lu, Justice et Paix, dem Centre Jean XXIII, der Pfarrei Dräilännereck und der Kulturkommission der Gemeinde Schengen zu einer Ausstellung des Luxemburger Künstlers Jang Lamborelle in der Valentiny Foundation in Remerschen ein, die noch bis zum 6. Juni andauert.

Am 1. Juni um 20 Uhr wird dann an der gleichen Stelle der Film „Count-down am Rio Xingu VII: Kampf um die grüne Lunge der Welt“  im Beisein des Filmemachers gezeigt, der sich anschließend einer Diskussion stellen wird.

Weitere Informationen und Anmeldung: https://cathol.lu/rubrique654

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