BJÖRK: Üahuäh-iih

von | 17.09.2004

Zuerst kam Radioheads „Kid A“. Dann Sigur Ros‘ fiktive Elfensprache und Wilcos supersonisches Fiepen. Die Musikindustrie kam in den letzten Jahren kaum mehr zur Ruhe. Immer wieder setzten sich KünstlerInnen in den Kopf, plötzlich so ulkig wie möglich zu sein. Avantgardistisch, heißt es wohl korrekterweise. Und dann der größte Aufreger überhaupt: Björk hat ein Acapella-Album eingespielt. Höchst künstlerisch sei es, aber absolut unverdaulich. „Medúlla“ heißt die Platte und ist unter Mitwirkung von zwei Chören entstanden. Rahzel bedient die Beatbox, Robert Wyatt und Mike Patton (der Ex-Faith No More Frontmann) grunzen ins Mikrofon. Das kann manchmal ein wenig befremdlich wirken, wie bei der unfreiwillig komischen Atemübung „Ancestors“, ist aber meistens einfach nur wunderschön und gar nicht sperrig. „Who is it“ dürfte sogar eines der eingängigsten Stücke sein, das von Björk jemals zu hören war.

Björk, „Medúlla“, Polydor, 2004.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...

KULTURTIPP

Buchtipp: Anstalten

In „Anstalten“, Timo Brandts Nachfolgeroman zu „Oder die Löwengrube“ (woxx 1838), muss die Protagonistin Lynn wieder hinabsteigen: diesmal nicht ins sinnbildliche Tiefland ihrer endenden Beziehung, sondern in eine psychiatrische Einrichtung, die in einem Tal äußerst skurrile Zeitgenoss*innen beherbergt. Im Gespräch mit diesen entfaltet sich...

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen