Ein halber Atomausstieg ist besser als gar keiner

von | 16.01.2017

Was ein kleines, als fortschrittlich geltendes Land in Europa nicht schafft, das will nun ein US-Bundesstaat versuchen: Atomreaktoren vor dem Ende ihrer Laufzeit abschalten. Zur Erinnerung: In Belgien hat sich die Regierung dafür entschieden, bei mehreren Reaktoren trotz Störfällen und Sicherheitsrisiken die Laufzeit um Jahrzehnte zu verlängern (woxx 1355). Ein Beschluss, gegen den die benachbarten Gemeinden Aachen, Maastricht und Wiltz, die insbesondere von einem Unfall in Tihange betroffen wären, vor der belgischen Justiz klagen. Im Staat New York dagegen will man versuchen, das AKW in Indiana Point vorzeitig stillzulegen. Die nur 50 Kilometer von Manhattan entfernt gelegene Anlage soll spätestens 2021 vom Netz gehen. Damit die Abschaltung die Klimabilanz nicht verschlechtert, ist geplant, die erneuerbaren Energien auszubauen. Diese sollen, so Gouverneur Andrew Cuomos Plan, bis 2030 die Hälfte des Energiebedarfs decken. Ein Atomausstieg ist das allerdings nicht, denn die beiden AKW am Ontariosee, im weniger stark besiedelten Norden, sollen ihre Laufzeit ausschöpfen.

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