Buchtipp: Oder die Löwengrube

von | 27.05.2025

Cover von TImo Brandts Roman Oder die Löwengrube. Das Motiv auf dem beige gehaltenen Buchcover ist abstrakt, es sieht ein wenig aus wie eine schwarze Hand die eine Flamme hält.Lynn und Daniel stecken aufgrund von Daniels langfristiger Erkrankung in einer tiefen Beziehungskrise. Doch es ist nicht nur der zermürbende Prozess der Entfremdung, der Lynn emotional aus der Bahn wirft, sondern auch eine lähmende Schreibblockade, die sie während der Arbeit an ihrem dritten Roman überwältigt. Die Leser*innen erleben auf 208 Seiten den doppelten Kampf der Protagonistin mit; Timo Brandt ist es gelungen, eine psychologisch ausgereifte Figur zu erschaffen, deren Gedankengänge man mit Interesse und Spannung folgt. Dazu webt der Autor einen dichten Teppich aus literarischen Verweisen, lässt seine Figuren angeregt über künstlerische Vorbilder diskutieren und streut dabei auch immer wieder Gedanken über das Schreiben an sich ein. „Oder die Löwengrube“ ist ein Schriftsteller*innen-Roman im zweifachen Sinne: Er handelt von Literaturschaffenden und richtet sich an ein Publikum, das in der Bücher-Welt zuhause ist. Wie Fremdkörper wirken allein die Auszüge aus Lynns verworfenem Romanprojekt, die zwar eingefügt werden, für die Handlung aber keine weitere Relevanz besitzen. Das bleibt jedoch eine Randnotiz: Mit seinem Prosa-Debüt schreibt Timo Brandt präzise und behutsam über die Brüche in einer Schriftstellerinnen-Biografie, aus denen letztlich Neues entstehen kann.

Edition Keiper, 208 Seiten, ISBN: 978-3-903575-40-0

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

KULTURTIPP

Buchtipp: Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer.

KULTURTIPP

Comic-Tipp: Wald ohne Bäume

Der 25. April ist der internationale „Tag des Waldes“ – ideal also, um sich näher mit jenen Lebensräumen zu beschäftigen, die rund ein Drittel der Erdoberfläche bedecken. Mit „Wald ohne Bäume“ präsentiert Zeichnerin Hanna Harms einen Sachcomic, der so poetisch ist, dass er auch als Lyrikband durchgehen könnte.