Expotipp: Nature, captured and framed

von | 31.07.2025

Natur als Rückzugsort, umschlossen von urbanen Grenzen. Das ist das Thema der neuen Ausstellung im Ratskeller des Cercle Cité, für die die Fotothek der Stadt Luxemburg Werke verschiedener Fotograf*innen zusammengetragen hat. Gezeigt wird eine Reihe beeindruckender Zeitzeugnisse, sowohl aus stadthistorischer als auch fototechnischer Sicht. Ein besonderes Augenmerk verdienen dabei Batty Fischers autochrome Platten aus dem Jahr 1915. Das erste industriell herstellbare Farbverfahren nutzte mikroskopisch kleine, eingefärbte Körner aus Kartoffelstärke, um atmosphärische, fast malerische Bilder zu erzeugen. Die Ausstellung vereint verschiedene Bildverfahren und fotografische Stile, um die historische Interaktion zwischen Mensch und Stadtnatur zu illustrieren. Im Zentrum steht dabei das Motiv des Blumenstraußes: Ob auf Marktständen, in den Händen von Floristinnen, bei Etappensiegen der Tour de France oder bei offiziellen Anlässen der großherzöglichen Familie – die Blume erscheint als dekoratives, kontrolliertes Naturfragment, das sich in menschliche Rituale einfügt. Doch Natur lässt sich nicht dauerhaft bändigen. Daran erinnern eindrucksvolle Aufnahmen von historischen Fluten, Stürmen und Wintern. Gerade diesen Kontrast zwischen sorgfältig inszenierter Stadtnatur und unberechenbarer Naturgewalt hätte die Ausstellung noch stärker herausarbeiten können – etwa, indem sie auf den einen oder anderen Blumenstrauß verzichtet hätte.

Noch bis zum 14. September zu sehen im Ratskeller des Circle Cité, Kurator: Christian Aschmann, Organisation: Photothèque de la Ville de Luxembourg.

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