
(© Ecco Verlag)
Fiona Sironics Debütroman „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist in einer Zukunft angesiedelt, die unserer Gegenwart vielleicht näher ist, als wir es wahrhaben wollen. In den immer kleiner werdenden Wäldern brennt es und die Sommer sind unerträglich heiß. Die Protagonistin Era, ein eher ruhiges, introvertiertes Mädchen, dokumentiert aussterbende Tierarten ganz nach dem vorangestellten Motto des Romans „Anything not saved will be lost.“ In diesem Setting lernt sie die Geschwister Maja und Merle, Töchter von Influencerinnen, kennen, die große Freude daran haben, Dinge im Wald in die Luft zu sprengen – darunter Festplatten mit Fotos von ihnen. Doch dahinter steckt mehr als pure Zerstörungslust: der Wunsch nach Selbstbestimmung in einer digitalen Öffentlichkeit. Während sich Era und Maja annähern und eine erste, vorsichtige Liebe entsteht, widerstrebt es Maja zunehmend, Teil des Systems zu sein. Fiona Sironic hat einen zarten Coming-of-Age-Roman geschrieben, der sich auch in die Kategorie Nature Writing einordnen lässt. Nebenbei werden viele Themen angesprochen, ohne dass es belanglos wird: die Klimakrise, das Artensterben, feministische Zerstörungswut, Familie und Liebe. Der Roman ist jedoch nicht als reine Dystopie zu lesen, sondern als eine Geschichte über Menschen, die versuchen, eine komplexer werdende Welt für sich auf ihre eigene Weise zu ordnen – sei es durch Dokumentation, Zerstörung oder Ausstieg.

