Kulturtipp: Warpunk-Propaganda aus Teheran

von | 13.03.2026

(© ardawahisht)

„Sind wir nur bedeutungslose Zahlen in dieser korrupten Welt?“, fragte das iranische „Ardawahisht Collective“ am 20. Januar auf seinem Facebook-Auftritt angesichts der fortdauernden Massaker des islamischen Regimes im Iran an der dortigen Zivilbevölkerung. Eines der Mitglieder des Kollektivs von Metalmusiker*innen hatte gerade zwei neue Tracks präsentiert: „No Title – They Killed More than 12.000 in 4 Days“ und „Warpunk Rebellion MMXXVI“, so die beiden Stücke, in denen das Grauen dieser Tage verarbeitet worden ist. Was es zu hören gibt, gleicht einem musikalischen Existenzialurteil über die Situation im Iran: Schmerz, Verzweiflung, Wut und Hass auf das Regime, und doch auch ein Vorwärtstreiben, Spuren der Hoffnung, dass es einen Ausweg aus all dem Wahnsinn gibt. Der Name des Projekts ist „Aneraxt“ was auf Parthisch, einer ausgestorbenen mittelpersischen Sprache, so viel wie „erlöst“ bedeutet. Zu hören gibt es eine ungestüme Mischung brachialer musikalischer Gewalt, in der neben einigen Noise-Elementen monoton-brutaler „War Metal“ dominiert. Bereits seit einigen Jahren verarbeitet der 1997 in Teheran geborene Musiker unter dem Künstlernamen „Nihil Satan“ mit seinem Ein-Mann-Projekt den Horror des Alltags im Iran. Während des 12-Tage-Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Jahr hat er die Platte „Warpunk Propaganda“ aufgenommen und als „Soundtrack zu Krieg, Propaganda, Posttraumatischer Belastungsstörung und Chaos im Nahen Osten“ bezeichnet. Die woxx wird versuchen, so bald wie möglich ein Interview mit dem Musiker zu führen.

Aneraxt: Persian War Metal Attack (Gesamtwerk). ardawahisht.com

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