Alaaf und Antisemitismus

von | 15.02.2018

In einem anonymen Artikel in der Broschüre zur diesjährigen „Dikricher Cavalcade“ war zu lesen, in Ettelbrück seien nach der Bildung einer „durchaus begrüßenswerten Studiengruppe“ mit dem Ziel, „das Schicksal jüdischer Familien im 2. Weltkrieg zu beleuchten“, einige Lokalpolitiker, „beseelt von einem philosemitischen Gutmenschentum“, aktiv geworden, um „die Namen von ‚Antisemiten, oder was man dafür hält‘“, von Straßenschildern zu entfernen. „Erstes Opfer wurde Monseigneur Fallize, gestorben 1933, der in der Tat antisemitische oder wohl eher antijüdische Schriften veröffentlicht hat.“ Der Ettelbrücker Déi Gréng-Gemeinderat Abbes Jacoby sieht sich als das primäre Ziel dieses Anwurfs an, war er es doch, der eine tragende Rolle in der Auseinandersetzung um die Umbenennung der „Montée Fallize“ spielte (siehe woxx Nr. 1425 und 1436). In einem offenen Brief erinnert er daran, dass der Ettelbrücker Gemeinderat die Entscheidung einstimmig getroffen hatte. Er weist zudem darauf hin, dass der im anonymen Beitrag benutzte Begriff des Philosemitismus „ursprünglich ein Kampfbegriff deutscher Judengegner gegen ihre nichtjüdischen Gegner“ war und dass die Formel „philosemitisches Gutmenschentum“ gerade auch in rechten antisemitischen Kreisen zirkuliert.

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