(cw) – Mit einer futuristischen Sportbrille, die fast das ganze Gesicht bedeckt, posiert die Mitsiebzigjährige Ono auf ihrem neuen Album „Yes, I’m A Witch“. Dass Yoko Ono immer schon als schräg und „hexenhaft“ empfunden wurde, lag nicht nur daran, dass sie in den siebziger Jahren mit ihren avantgardistischen Schreiorgien in einem radikalen Gegensatz zu John Lennons Friedensliedern stand. Sondern auch daran, dass sie lange einen schweren Stand in der Musikszene hatte, da ihr die Schuld an der Auflösung der Beatles und Bereicherung am Ruf und Vermögen John Lennons vorgeworfen wurden. Trotz allem war sie immer aktiv als Performerin, Künstlerin oder nun wieder als Musikerin: Rund siebzehn größtenteils ältere Lieder, die aus den Jahren 1969 bis 1980 stammen, hat sie von Musikern der Independent- und Elektro-Szene neu interpretieren lassen. Vertreten sind namhafte Künstler und Bands wie Le Tigre, Peaches, Antony and The Johnsons oder Cat Power. Auch wenn diese in ihrem vertrauten Musikrahmen bleiben, gewinnen die Songs, die teils auf englisch und japanisch sind, durch Ono einiges an Sprengkraft: Fetter Bass und eingängige Synthesizer-Melodien werden überlagert durch das Jaulen, Stöhnen und Schreien von Yoko Ono. Trotz der vielen, auch originellen Variationen auf der neuen CD – vom Clubtrack bis zum schlichten Popliedchen – ist es sicher keine Platte, die jedeN anspricht. Typisch Ono halt, modern wegen ihrer Kompromisslosigkeit und Atonalität.
Regisseur Michelangelo Antonioni: Der Weg in die filmische Moderne
Michelangelo Antonioni ist ein Name, der für den Film ebenso wichtig ist wie Marguerite Duras für die Literatur oder Giorgio de Chirico für die Malerei. Zweifelsohne gilt der italienische Regisseur als einer der bedeutendsten Modernisierer*innen des Kinos in Europa nach 1950. Sein Werk prägt die internationale Filmgeschichte. Die Bedeutung von...

