Wanteraktioun : Kaum Ablehnungen

von | 16.01.2019

Die Regel besagt, dass Personen ohne gültigen Ausweis nur bei Temperaturen unter -3 Grad Unterschlupf zu gewähren sei. Die Praxis sieht glücklicherweise anders aus.

Bild: Pixabay

In einer parlamentarischen Anfrage erkundigte sich Marc Spautz Mitte Dezember bei Familienministerin Corinne Cahen über die Zulassungsbedingungen zur Wanteraktioun (WAK). Wie auch die Menschenrechtskommission herausfand, würde obdachlosen „Illegalen“, die über keinen gültigen Ausweis verfügen, der Zugang zur WAK nur bei Außentemperaturen von -3 Grad gewährt. Der christlich-soziale Abgeordnete warf in diesem Kontext die Frage auf, ob eine solche Regelung dem eigentlichen Ziel der WAK, nämlich Obdachlose vor dem Kältetod zu bewahren, noch entsprechen würde.

Der woxx erklärte man auf Nachfrage hin, dass wenn diese Regel besteht, im Allgemeinfall aber „niemand zurückgewiesen“ werde, auch wenn das hie und da natürlich immer wieder vorkomme. Dabei handele es sich jedoch lediglich um Einzelfälle und keineswegs um eine gängige Praxis.

Law & order ?

Warum Familienministerin Corinne Cahen dann dennoch mit dem Verweis darauf, dass „als gefährlich eingestufte Personen“ im Umfeld der WAK aufgetreten seien, die es darauf angelegt hätten „in das Milieu der Obdachlosen einzudringen“, diese Regel bekräftigt, wirft Fragen auf. Zudem bestätigt sie, dass diese Regel „bis jetzt noch keine Anwendung fand“.

Wenn es zu Reibereien käme oder gar Gewalt, so ein Sozialarbeiter gegenüber der woxx, dann allenfalls aufgrund von Abweisungen. Eine spezifische Bevölkerung von der eine Gefahr ausginge, gebe es so allerdings nicht. Vielleicht will Ministerin Cahen ja bloss verhindern, dass die CSV – oder eine andere Partei – ihr in einer weiteren parlamentarischen Anfrage eine zu lasche Handhabung vorwirft und macht deshalb auf Law & Order? Bei der WAK bestätigt man uns indes die Herausgabe einer polizeilichen Warnung vor gewaltbereiten Obdachlosen. Zu Gesicht bekommen hätte man diese Menschen jedoch nie.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #394 – D’Enn vu Filmland

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. An enger Woch maachen d'Filmstudioen „Filmland“ zu Keelen hir Dieren endgülteg zou. Domadder geet no dräizéng Joer eng Ära op een Enn, déi fir déi audiovisuell Produktioun zu Lëtzebuerg ganz wichteg war. D'Yolène Le Bras war fir eng Reportage an de Studioen...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #393 – Kuddelmuddel ronderëm de Projet Alpha

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Eng Etüd iwwert de Pilotprojet Alpha vun der franséischer Alphabetiséierung an der Grondschoul huet fir vill Debatte gesuergt. Virum allem well de Bildungsministère mat der Publicatioun vun der Etude ee puer méint gewaart huet. D'Resultater vun der Studien...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #392 – Wat bedeit d’Urteel géint d’Marine Le Pen?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Dës Woch war den Dag vun der Entscheedung a Frankräich: De Cour d'Appell zu Paräis huet d'Strof fir d'Marine Le Pen zwar konfirméiert, mä an engem wichtegen Detail ofgeännert. Am Podcast diskutéiere mir, wat der rietsextremer Politikerin Marine Le Pen...