Türkei: Das Pfeifen des Wächters

Die türkische Regierung lässt sich den Ausbau einer Hilfspolizei einiges kosten. Präsident Erdoğan hat allen Grund, sein Regime gegen den Unmut der Bürger abzusichern.

Bereit für den Dienst: Vereidigung von Hilfspolizisten der „Markt- und Nachbarschaftswächter“ 2018 in Antalya. Foto: Flickr

„Ich möchte die Pfeife des Wächters hören, wenn ich im Bett liege“, soll der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu seinem Innenminister Süleyman Soylu gesagt haben. Das erzählte Soylu, als er erläuterte, warum sein Ministerium ein Gesetz entworfen hat, das den sogenannten „Markt- und Nachbarschaftswächtern“ (Çarsı ve mahalle bekçileri), einer Art Hilfspolizei, erhebliche Befugnisse verleiht.

Die Geschichte, die Soylu erzählte, dürfte viele Türken an alte Filme erinnert haben, die ein eher romantisches Licht auf die Wächter werfen. mehr lesen / lire plus

Syrien: Autokraten im Krieg

In der syrischen Provinz Idlib eskalieren die Kämpfe zwischen der Türkei und sunnitisch-islamistischen Milizen auf der einen und dem von Russland unterstützten Assad-Regime und schiitisch-islamistischen Milizen auf der anderen Seite. Die Folgen für die dortige Bevölkerung sind katastrophal.

Flüchtlingsproteste Anfang Februar an der abgesperrten syrisch-türkischen Grenze nahe der umkämpften Region Idlib in Syrien: Die Teilnehmenden forderten die türkische Regierung auf, ihnen eine sichere Durchreise in Richtung Europa zu ermöglichen. (Foto: EPA-EFE/Yahya Nemah)

In der umkämpften syrischen Rebellenprovinz Idlib streiten zwei Autokraten um die Zukunft Syriens und mehr noch um ihr politisches Prestige: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der russische Präsident Wladimir Putin. mehr lesen / lire plus

Türkei: Wählen bis zum Sieg

In der Türkei ließ Präsident Erdoğan die Oberbürgermeisterwahl in Istanbul annullieren, nachdem der Kandidat seiner Partei AKP diese verloren hatte. Ein schwerer Konflikt mit der Opposition ist vorprogrammiert.

Will immer am Steuer bleiben: 
der türkische Präsident Erdoğan auf dem Weg zum abendlichen Fastenbrechen während des Ramadan am 12. Mai in Istanbul. Eine erneute Niederlage des AKP-Kandidaten bei den wiederholten Oberbürgermeisterwahlen wäre ein noch größerer Prestigeverlust als beim letzten Mal. (Foto: EPA-EFE/Erdem Sahin)

„Alles wird ganz wunderbar“, sagte Ekrem İmamoğlu vergangene Woche und lächelte, als wäre er gerade dabei, Honigkuchen an eine Gruppe Pfadfinder zu verteilen. Bei den Kommunalwahlen vom 31. März in der Türkei hatte der Oppositionskandidat von der Republikanischen Volkspartei (CHP) die Wahl zum Oberbürgermeister von Istanbul gewonnen, doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ließ das Ergebnis wegen angeblicher Fälschung annullieren. mehr lesen / lire plus

TÜRKEI: Acht Richter mehr für Erdogan

In der Türkei will die islamisch-konservative Partei von Premierminister Erdogan die Verfassung in mehreren Punkten ändern. Sie möchte vor allem ihren Einfluss auf die Justiz vergrößern. Am Sonntag soll in einem Referendum über die Änderungen abgestimmt werden.

Gewiefter Wahlkämpfer: Premierminister Erdogan behauptet, die Verfassungsreform sei notwendig, um die Türkei für den EU-Beitritt zu modernisieren.

Über die Straßen sind große Transparente gespannt: „Ja zur positiven Differenz für die Frauen!“ Gemeint ist eine Verfassungsänderung, über die am 12. September in der Türkei in einem Referendum abgestimmt wird. Die Reform sieht unter anderem vor, dass dem Staat ausdrücklich erlaubt werden soll, benachteiligte Gruppen zu bevorzugen. mehr lesen / lire plus