Türkei: Wählen bis zum Sieg

In der Türkei ließ Präsident Erdoğan die Oberbürgermeisterwahl in Istanbul annullieren, nachdem der Kandidat seiner Partei AKP diese verloren hatte. Ein schwerer Konflikt mit der Opposition ist vorprogrammiert.

Will immer am Steuer bleiben: 
der türkische Präsident Erdoğan auf dem Weg zum abendlichen Fastenbrechen während des Ramadan am 12. Mai in Istanbul. Eine erneute Niederlage des AKP-Kandidaten bei den wiederholten Oberbürgermeisterwahlen wäre ein noch größerer Prestigeverlust als beim letzten Mal. (Foto: EPA-EFE/Erdem Sahin)

„Alles wird ganz wunderbar“, sagte Ekrem İmamoğlu vergangene Woche und lächelte, als wäre er gerade dabei, Honigkuchen an eine Gruppe Pfadfinder zu verteilen. Bei den Kommunalwahlen vom 31. März in der Türkei hatte der Oppositionskandidat von der Republikanischen Volkspartei (CHP) die Wahl zum Oberbürgermeister von Istanbul gewonnen, doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ließ das Ergebnis wegen angeblicher Fälschung annullieren. mehr lesen / lire plus

TÜRKEI: Acht Richter mehr für Erdogan

In der Türkei will die islamisch-konservative Partei von Premierminister Erdogan die Verfassung in mehreren Punkten ändern. Sie möchte vor allem ihren Einfluss auf die Justiz vergrößern. Am Sonntag soll in einem Referendum über die Änderungen abgestimmt werden.

Gewiefter Wahlkämpfer: Premierminister Erdogan behauptet, die Verfassungsreform sei notwendig, um die Türkei für den EU-Beitritt zu modernisieren.

Über die Straßen sind große Transparente gespannt: „Ja zur positiven Differenz für die Frauen!“ Gemeint ist eine Verfassungsänderung, über die am 12. September in der Türkei in einem Referendum abgestimmt wird. Die Reform sieht unter anderem vor, dass dem Staat ausdrücklich erlaubt werden soll, benachteiligte Gruppen zu bevorzugen. mehr lesen / lire plus