
© S. Fischer)
Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein mit seinen drei Kindern in einem Leuchtturm. Eine verlassene Forschungsstation und ein Saatgutbunker sind ebenfalls auf der sonst kargen Insel zu finden. In dieses Setting hinein wird eine Frau als Schiffbrüchige angespült. In abwechselnden Perspektiven erfahren die Leser*innen vom dramatischen Leben der Protagonist*innen, das von ungewöhnlich vielen Schicksalsschlägen geprägt ist, sowie von ihren zahlreichen Geheimnissen. Dadurch wirken Geschichte und Charaktere vor dem bildgewaltigen Hintergrund allerdings manchmal etwas zu konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch werden im Roman durchaus spannende Fragen zur Biodiversität aufgeworfen, die es zu bewahren gilt, und die Folgen der Klimakrise, die schon heute bemerkbar sind, werden eindrücklich geschildert. Charlotte McConaghy zeigt, wie dieser einsame Ort voller Leben, Natur und Schönheit ist, aber das überzogene Drama der Figuren wäre nicht nötig gewesen, um der Geschichte Tiefe zu verleihen.

