Expotipp: Julian Rosefeldt: When We Are Gone

Der Filmkünstler Julian Rosefeldt bespielt derzeit die Völklinger Hütte: „When We Are Gone“ ist eine Werkschau, die mit „Euphoria“ (2016-2022) und „Penumbra“ (2019-2022) zwei institutionelle Europapremieren bietet sowie fünf weitere seiner Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren zeigt. Rosefeldt ist international bekannt für seine aufwendigen, teils raumgreifenden Filmarbeiten. Auch thematisch geben diese einiges her: „Euphoria“ geht der Frage nach der Alternativlosigkeit des Kapitalismus nach; „Penumbra“ versetzt das Publikum in unbestimmte Zukunftsszenarien. „Deep Gold“ (2013/2014) hingegen treibt einen Mann durch eine Welt voller Begierde, in der der Feminismus gesiegt hat. Neugierig? Auf der Internetseite der Völklinger Hütte gibt es zahlreiche Impressionen zur Ausstellung und die Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen Ralf Beil, Generaldirektor der Völklinger Hütte, und dem Künstler. mehr lesen / lire plus

Expotipp: La part visible des camps – Mauthausen

Die Amicale des anciens de Mauthausen stellt derzeit in der Abtei Neimënster in Luxemburg-Stadt aus: Der Verein zeigt fünfhundert Fotos aus dem Konzentrationslager Mauthausen. Dies war das größte KZ des nationalsozialistischen Regimes auf österreichischem Gebiet. In dem Lager wurden schätzungsweise 120.000 der 200.000 Gefangenen getötet. Auch um die 170 Luxemburger*innen sollen zu den Deportierten gehört haben. Die Fotografien, die in der Abtei Neimënster zu sehen sind, stammen teilweise von Gefangenen selbst, die einer Bewohnerin aus Mauthausen zugespielt wurden und nach dem Ende der NS-Besatzung in Frankreich landeten. Manche Fotos sind aber auch auf SS-Offiziere oder amerikanische Einsatzkräfte sowie auf den spanischen Gefangenen Francisco Boix zurückzuführen. mehr lesen / lire plus

Expotipp: Frontaliers, des vies en stéréo

Grenzgänger*innen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der luxemburgischen Arbeitswelt, doch wie schaut der Alltag von Pendler*innen aus? Dem geht die multimediale Ausstellung „Frontaliers, des vies en stéréo“ in der Massenoire in Belval auf den Grund. Die Künstler Mehdi Ahoudig und Samuel Bollendorff haben zwischen 2020 und 2022 eine soziologische Studie mit Arbeitskräften aus der Lorraine durchgeführt – einer Region, die stark unter dem Ende der Minenarbeit gelitten und viele Arbeiter*innen nach Luxemburg gebracht hat. In der Schau brechen die Pendler*innen mit Klischees von wegen Luxemburg sei das Eldorado schlechthin und berichten vom teils harten Arbeitsleben. An diesem Freitag, dem 20. mehr lesen / lire plus

Expotipp: Tacita Dean

Foto: Eike Walkenhorst

Die britische Künstlerin Tacita Dean ist nicht die Erste, die sich mit Dantes „Divina Commedia“ beschäftigt, doch ihre Interpretation ist sehenswert: Das Mudam widmet Dean derzeit eine Einzelausstellung, die unter anderem ihre Werke zum „The Dante Project“ zeigt. 2021 fertigte Dean das Design für das Bühnenbild und die Kostüme des gleichnamigen Ballets von Wayne McGregor an. Deans Arbeiten überzeugen durch technische Raffinesse und beeindruckende Dimensionen. Interessant ist außerdem Deans Film „One Hundred and Fifty Years of Painting“ über eine Unterhaltung zwischen zwei Malerinnen: Luchita Hurtado, inzwischen verstorben, war zum Zeitpunkt der Aufnahme 99, Julie Mehretu 49. Es geht um Leben, Tod, Migrantinnen in den USA, Mutterschaft und Klimawandel sowie um Malerei. mehr lesen / lire plus