Indie-Pop?: Destroyer

von | 09.05.2003

This Night

(ik) – „The day your beauty became a sign of something more than a beautiful sign.“ Nein, einfach zu erschließen ist die absurde Poesie des Ex-New Pornographer Daniel Bejar auf dem neuen Konzept-Album „This Night“ wirklich nicht. Und die Musik, ist es Indie-Pop, 70ies-Glamour Rock à la Bowie oder Rock ’n‘ Roll mit Falsett und Folk-Akustikgitarre?

Wer eingängige Melodien sucht, liegt beim mittlerweile fünften Album der kanadischen Band Destroyer um den Kanadier Bejar sicherlich falsch. Dass hinter melancholischem, bisweilen spacig anmutendem Chaos dennoch klare Ideen und perfekt abgestimmtes Songwriting stehen, fällt erst nach mehrmaligem Hören auf. Aber dann wirkt der Zauber, die einprägsame Stimme Bejars schmeichelt sich ins Ohr und lässt eineN nicht mehr los. „Trembling Peacock“ mit schrägen, gegen den Strich gebürsteten Gitarren und Keyboards oder das Akustikgitarren-Stück „Goddess Of Drought“ mit einem Hauch 60ies sind besondere Pop-Perlen.

Destroyer „This Night“, Merge Records

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Willis Tipps: April 2026

Seit 1999 veröffentlicht Lucas Santtana Platten. Jetzt hat der Gitarrist, Sänger, Flötenspieler und Komponist sein zehntes Album mit dem Titel Brasiliano herausgebracht. Auf jedem der elf Stücke kooperiert er mit einem*r anderen Sänger*in. So ist die in Paris lebende, am Pop orientierte Gesangskünstlerin Flávia Coelho genauso zu hören wie der mit brasilianischem Reggae bekannt gewordene Chico César oder der Superstar Gilberto Gil, der zu den Urgesteinen des Tropicália-Stils gehört.

KULTURTIPP

Eventtipp: Printemps des poètes

„Besagter Lenz ist da“, schrieb Erich Kästner – und mit dem Lenz hält auch die Lyrik wieder Einzug in Luxemburg. Während des diesjährigen „Printemps des poètes“ am 17., 18. und 19. April können sich Freund*innen der Poesie von den Texten hochkarätiger Dichter*innen aus ganz Europa begeistern lassen.

KULTURTIPP

Buchtipp: Kontinentaldrift

In „Kontinentaldrift“ präsentiert Marianne Jungmaier Reisegeschichten, deren Welthaltigkeit über die zahlreichen Ortswechsel und fast filmisch wirkenden Schauplatzbeschreibungen hinausgeht, auch wenn diese einmal mehr beweisen, dass das innere Auge – mit den richtigen Impulsen gefüttert – Landschaften entwerfen kann, die reale in ihrer
vibrierenden, farbsatten Schönheit übertrumpfen.

KULTURTIPP

Buchtipp: Stadt aus Sand

In seinem Erzählband „Stadt aus Sand“ schreibt Ángel Santiesteban über extreme Gewalt, moralische Verwahrlosung, Gewissenskonflikte, Verzweiflung, Mangel und Tod in einem Land, in dem Einwohner*in sein unweigerlich heißt, in Unfreiheit zu leben. Jede einzelne der dreizehn Kurzgeschichten beweist, dass der kubanische Autor nicht nur ein Meister...