Luxembourg: CAT CLUB

von | 10.12.1999

cuisine française

Auf samtenen Pfoten

(rw 514/00) – Diskret hat im Hollericher Bermuda-Dreieck ein neues Etablissement seine Tore geöffnet. Wer sowohl Interieur als auch Klientel des „Marx“ verabscheut, sollte den „Cat Club“ meiden – wer allerdings ein Faible für die Innenarchitektur Morenos und die Seventies hat und auch mit Yuppies leben kann (oder selbst dazu tendiert), ist dort gerade richtig. Das Restaurant mit Bar, das sich in den ehemaligen Gemäuern der Holzhandlung Clement versteckt, ist derzeit nicht nur für Delfin-Fans „the place to be“. Im Speisesaal, in dem sich auffällig viele Ex-Chiggeri-Bedienstete tummeln, wird französische und thailändische Küche geboten, sogar (wenn’s beliebt) im Liegen zu konsumieren. Unsereins hatte am vorgesetzten Essen Vergnügen, wirkliche Feinschmecker werden jedoch das Preis-Leistungsverhältnis in Frage stellen. Dagegen dürfte Einmütigkeit über die Bar herrschen, die sozusagen als Vorzimmer zum Restaurant angelegt ist und auch von Nicht-Hungrigen besucht werden kann: Ein originell gestalteter Raum, in dem es sich bei akzeptabler Musiklautstärke angenehm über einem Bierchen plaudern lässt – nur Auswahl gibt es dabei keine, Bofferding bestimmt das schwindende Bewusstsein. Im Übrigen dankt Herr Helminger für die private Parkplatzvorsorge, lässt aber auch Buslinie 1 grad um die Ecke halten.
Cat Club, 18, rue de l’Aciérie, Tel. 40 08 15 69.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Buchtipp: Reden für die Menschlichkeit

„Die Rede ist ein performatives Genre mit dem Charakter einer Produktwerbung, aber für eine Idee“, schreibt Saša Stanišić im Vorwort seiner Redensammlung „Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird“. Ziel der Rede sei es, das Publikum dazu zu bringen, diese Idee in die Welt hinauszutragen. Gleich die erste der...

KINOKULTURTIPP

Im Kino: The Chronology of Water

Kristen Stewart gibt mit „The Chronology of Water“ ein kompromissloses Regiedebüt. Die Adaption von Lidia Yuknavitchs Memoiren überzeugt jedoch weniger durch formale Konsequenz als durch die intensive Präsenz von Hauptdarstellerin Imogen Poots. Mit „The Chronology of Water“ legt Kristen Stewart ihr Regiedebüt vor – und zwar keines, das sich...

KULTURTIPP

Podcasttipp: Im Grunde wäre ich lieber Gedicht

Der schwelgerische Titel „Im Grunde wäre ich lieber Gedicht“ des Poesie-Podcasts des Münchner Lyrik Kabinetts setzt den Ton: Folge um Folge huldigt die Reihe der ältesten aller literarischen Gattungen, der Dichtung. Im Zwiegespräch mit dem Lyriker und Literaturvermittler Tristan Marquardt setzen die eingeladenen Poesie-Expert*innen zwar selten...

KULTURTIPP

Willis Tipps: Januar 2026

Slowakische Roma-Musik Júlia Kozáková kommt aus der Slowakischen Republik und ist eine herausragende junge Sängerin, die Jazz und Flamenco kennt, aber vor allem den Gesang der Rom*nja perfekt beherrscht. Selbst keine Romni, ist sie aber in früher Jugend bereits in den Gesang dieser Bevölkerungsgruppe eingeführt worden. 2022 veröffentlichte sie...