Galerie Clairefontaine: Pussies and pills

von | 04.07.2003

(nc) – Ein Cocktail aus gewollt provokativer und gesellschaftskritischer Kunst erwartet Sie in der aktuellen Ausstellung „Luxurious“. Diese stellt Kunstwerke vor, die sich auf eine skurrile und freche Art und Weise mit Themen beschäftigen, die heute oftmals noch als Tabus gelten.

So präsentiert sich Robert Meele in seinen Fotos mit seiner Mutter in Travestieposen und Annie Sprinkle liefert eine ganze Reihe schlagfertiger Argumente zu der Frage „why whores are my heroes“. Fabien de Cugnac nähert sich in seinen Werken den Intimbereichen der Frau, welche er in großformatigen Fotos zu abstrakten Bildkompositionen verwandelt.

Nicht ohne Ironie zeigt der Holländer Pépé Smit echte Strumpfhosen – samt Beinhaaren – in seinem Werk „Natur Elle“. So thematisiert auch Daniele Buetti den Schönheitswahn in der heutigen Gesellschaft, indem er einem bildhübschen Fotomodell die Worte „looking for love, absolute vodka“ ins Gesicht ritzt. Die Künstler setzen sich außerdem mit politischen Themen auseinander, wie zum Beispiel Robert Gligorow, der einen Blumenkohl in Form eines Atompilzes zeigt und so explizit auf historische Ereignisse hinweist.

Wer neben Baby-Rhinozeros, „Pussy with lipstick“, „boot fetish“ und den zwei Streifen Kokain auf einem glitzerndem Präsentierteller noch immer nicht das „Richtige“ für seinen Geschmack gefunden hat oder sich auch sonst allerlei Fragen zur zeitgenössischen Kunst stellt, dem bietet sich dann schlussendlich eine rezeptfreie Pille, genannt „how to understand contemporary art instantly“. Die kanadische Künstlerin Dana Wyse bietet in ihrer „Apotheke“ gegen alle möglichen Probleme sei es Sex, Partnerschaft, Familie oder sonstiges die passende Pille an!
Absolut sehenswert!

Bis zum 26. Juli in der Galerie Clairefontaine, Espace 2.

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