MUDAM-ALMANACH: Museum zwischen Buchdeckeln

168 Seiten, 35 €.

Das Mudam (Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean) sei ein Museum ohne Mauern, schreibt die Journalistin und Kunstkritikerin Josée Hansen in ihrem Beitrag zum gerade erschienen Mudam-Almanach. Das ist gleichzeitig Fluch und Segen: Es ermöglicht einerseits die Kunst aus ihrem geografischen Rahmen zu befreien, andererseits fehlt der Wiedererkennungseffekt. Deshalb hat das Team um Direktorin Marie-Claude Beaud die seit 2000 geleistete Arbeit vorläufig zwischen die vornehm silbrigen Deckel eines Almanachs gepackt. Wenn es auch erst im Mai 2006 möglich sein wird, durch das Gebäude von Ieoh Ming Pei zu flanieren, so gibt’s noch rechtzeitig zu Weihnachten Augenweiden und „food for thought“ auf Hochglanzpapier. Damit bei all dem Kommerz die Kunst nicht zu kurz kommt.
„Be the Artists‘ Guest“ sind die interdisziplinären und interkulturellen Aktionen überschrieben, die seit 2000 an wechselnden Veranstaltungsorten stattfanden und die das Buch in einer Retrospektive noch einmal in Erinnerung ruft. Verschiedene nationale und internationale KunstkennerInnen machen sich zwischen den Abbildungen in gedruckter Form Gedanken über das was war und was noch werden wird. Sogar das unvermeidliche Eigenlob riecht hier appetitlich nach frischer Druckerschwärze. Wem das Werk auf den ersten Blick chinesisch vorkommt, der sollte trotzdem einen Blick hineinwerfen. Der Berliner Graphiker Olivier Peters hat nämlich extra eine eigene Typografie entworfen, die anhand eines beigelegten Lesezeichens leicht zu entziffern ist. Genau das richtige Geschenk für unters postmoderne Weihnachtsbäumchen.


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