JOACHIM VAN DER VLUGTS/PATRICK MEYERS: Lebendkulturen in der Molkerei

von | 28.10.2005

Was machen ein Niederländer und ein Luxemburger in einer alten Molkerei? Kunst was sonst! Denn Milchprodukte werden in der Celula längst nicht mehr hergestellt. Dafür präsentiert die Galerie BC/2 dort derzeit die Gemälde Joachim Van der Vlugts und die Skulpturen Patrick Meyers‘.

„Ich bin kein intellektueller, sondern ein emotionaler Künstler,“ sagt Van der Vlugt. Emotionsgeladen sind besonders einige seiner Porträts, deren Gesichter der Künstler methodisch zersetzt. Sie zerfließen wie Eis und verschwimmen manchmal bis an die Grenze der Unkenntlichkeit. Trotzdem verlieren die Porträts nicht an emotionaler Expressivität, im Gegenteil.

Van der Vlugt kehrt Psyche und Gefühle, Schmerz und innere Verletzlichkeit nach außen und pinselt sie seinen Figuren fast poetisch ins Gesicht. Der Betrachter wird mit eklatanten, manchmal bizarren Kontrasten konfrontiert: Hell und Dunkel, Schönheit und Hässlichkeit, Macht und Ohnmacht treffen in den Bildern dumpf aufeinander.

Gegensätzlich sind auch Patrick Meyers‘ Skulpturen, die rund oder kantig, glatt oder rau sind. Anmutige Eleganz und unbekümmerte Schlichtheit verschmelzen zu ästhetischen Kunstwerken, die man am liebsten alle anfassen würde. Und berührt man sie dann verstohlen, in dem Augenblick wo keiner hinschaut, stellt man fest: sie fühlen sich genau so gut an wie sie aussehen …

Galerie BC/2

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