EXPO: Aufruf: tausche Bundesverdienstkreuz gegen Spende

Unter dem Titel „Die Farben der Kinder aus Luxemburg“ wird das Ergebnis einer 10-jährigen Zusammenarbeit des Kinder-Kunst-Museums Berlin mit Kindern aus Luxemburg gezeigt. Zu sehen sind bunte Bilder von Kindern im Alter von 3 bis 17 Jahren. Diese behandeln anhand verschiedener Techniken, Themen wie „Friedenstaube“, „Arche Noah“ oder „Mein Haus, mein blauer Planet Erde“. „Die Bilder kann man nicht kunsthistorisch untersuchen, es geht darum, die Kinder einfach sprechen zu lassen“, erläutert Nina Vladi, Gründerin des Museums, „Ich glaube, dass man die Bilder von Kindern nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen betrachten soll, dann werden wir auch von Kindern viel mehr verstehen.“ Auf die Idee ein Kinderkunstmuseum zu eröffnen kam sie vor mehr als 14 Jahren, nachdem sie ihre Arbeit als Kunstrestauratorin aufgegeben und erkannt hatte, dass ein solches Museum eine Lücke fülle. Sie wollte Kinderkunst bekannt machen, auch um zu zeigen, was Kinder in ihrer Entwicklung erleben. „Bekannt war damals nur, dass Kinder schmieren“, so Vladi, „Aber dahinter steht eine Entwicklung, denn auch der Künstler wird nicht von der Akademie gemacht, er wird geboren.“ Ihr Anspruch ist, Begabungen zu fördern, den Kindern die Angst zu nehmen, etwas Neues zu erproben. „Dabei sind wir gegen Malwettbewerbe. Kinder malen aus dem Bauch, das kann man nicht bewerten. Erst die Kunst Erwachsener kann man kritisieren“, meint Vladi. Schließlich hätte auch Picasso den Kindern stundenlang beim Malen zugeschaut und sei so zum Kubismus, zu seinen Ideen eines offenen Bildes gelangt.

Mittlerweile verfügt das Museum über ein Archiv von 18.000 Bildern und Gedichten von Kindern aus etwa 48 Ländern. Die Darstellungen werden nicht verkauft, sie können höchstens als Postkarte oder im Katalog erworben werden, wobei der Erlös hiervon teilweise sozialen Kinderprojekten zukommt. Das Kinder-Kunst-Museum, das sich als „Museum im Koffer“ definiert, stellt nur zeitweise in Berlin aus und geht dann, auch aus Finanznot, weltweit auf Wanderschaft. Die Büroräumlichkeiten hat die Gründerin selbst gestiftet, viele MitarbeiterInnen engagieren sich ehrenamtlich und Unterstützung kommt von Förderern. „Berlin ist pleite und hat für uns nicht einmal ein Haus oder sonstige Unterstützung übrig. Ich habe den Bundesverdienstorden bekommen, den tausche ich gerne mit einem reichen Luxemburger, der sich im Gegenzug bereit erklärt unsere Institution zu fördern“, verspricht Vladi.

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Bis zum 15. September im Konschthaus ‚Beim Engel‘.


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