TIM PARKS: Mythos Medici

von | 07.09.2007

Die irrige Annahme, man könne die Sphäre der Produktion (Handwerk, Manufaktur, Industrie), von der Sphäre der Zirkulation scheiden (Geld, Zins, Banken) und jener den Vorzug (bodenständig, ehrlich, schaffend) über diese (heimatlos, Wucher, raffend) geben, ist so alt wie das allgemeine Äquivalent, das den unmittelbaren Warentausch ersetzt. Eine Annahme, die immer ideologisch war und heute als eine Wurzel des modernen Antisemitismus gelten muss. Dass beide Sphären nicht nur untrennbar miteinander zusammen hängen, sondern vielmehr Aufklärung, Moderne und „Hochkultur“ (Parks) mit der Entwicklung des Kreditwesens verbunden sind, will Tim Parks in seinem Buch Das Geld der Medici zeigen. Die Entfaltung der menschlichen Potenziale setzt die „Produktion auf der Basis der Tauschwerte voraus“, schrieb Marx in den „Grundrissen“. Parks liefert historisches Material, anhand dessen er leicht lesbar und spannend ein Kapitel dieser Entwicklung illustriert.

Tim Parks – Das Geld der Medici.
Verlag Antje Kunstmann. 272 Seiten.

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