Kulturkadaver 2

von | 15.07.2011

(cw) – Nicht minder interessant, wenn auch vielleicht noch unbekannter, ist die vierzigjährige US-amerikanische Sängerin Joan Wasser alias „Joan as Police Woman“. Auch sie stand letzte Woche in der Abbaye Neumünster auf der Bühne, begleitet von einem Drummer und einem Musiker an der Elektroorgel. Mit viel Hingabe und einer außerordentlichen Stimme gab „Joan as Police Woman“, die eigentlich eine klassisch ausgebildete Violinistin ist und schon etliche bekannte Bands, wie „Anthony and the Johnsons“, begleitet hat, Stücke ihrer stilistisch als Songwritersoul einzuordnenden Musik zum Besten. Die klangsichere Multiinstrumentalistin wurde dabei durchaus ihrem Image als Dusty Springfield des Indie-Pop gerecht. Joan as Police Woman vermag es, jeden Song als Konzentrat wirken zu lassen. Beeindruckend waren vor allem ihre Balladen mit den langen Orgelakkorden, wie zum Beispiel ihr neuer Song „Human Condition“, die zuweilen auch an Cat Power oder Feist erinnerten. Liebe, Sex, Tod, Freiheit – es sind seit jeher existenzielle Themen, die „Joan As Police Woman“ beschäftigen. Sympathisch auch, dass diesmal die Frau das „Singen“ hatte und die Männer sich mit Backvocals begnügen mussten.

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