„Third“

von | 09.05.2008

cw) – Rebonjour tristesse. Düster und erbarmungslos ist das dritte Album der Trip-Hop Pioniere Portishead – schlicht „Third“ genannt – das ganze zehn Jahre auf sich warten ließ. Ein Burn-out sei der Grund für die lange Abstinenz gewesen, so Geoff Barrow, Mitglied der kleinen Formation. Kein Wunder, denn auch die neue Platte mit ihren elf neuen Songs passt so gar nicht in das lichte Frühlingsgrün. Schon die kurzen Titel wie „Silence“, „Threads“ oder „Hunter“ kündigen Depression an. Nach wie vor erkennt man das typische Merkmal von „Portishead“ – benannt nach einem kleinen Kaff bei Bristol: verlangsamte Beats und Hip-Hop-Rhythmen. Aber die neuen Songs erscheinen aggressiver und experimenteller. Wie Gewehrsalven rattern die Elektrobeats etwa in „Machine Gun“, dazu die elegische Stimme der Sängerin Beth Gibbons,
die von Erlösung singt: „I saw the savior“. Oder der Song „Magic Doors“, in dem rhythmische Drums- und Glockenschläge sowie Dudelsäcke das „I can’t deny, what I’ve become …“ von Gibbons zu einem fatalen Lebensbekenntnis gerinnen lassen. Finster und faszinierend. Aber nicht alle Songs haben die gleiche Intensität. Einige Klagelieder wie „Small“ mit seinen Orgelbeats verlieren durch eine – gewollt – schlechte stimmliche Intonation an Qualität. Und manchmal wird es einfach zu viel des Leidens. Insgesamt jedoch bleibt Portishead unkonventionell. Für Fans der Düsternis, um mal richtig abzusacken.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Buchtipp: Kekeli

Kekeli hat sich bislang kaum mit der Geschichte ihres Vaters beschäftigt. Erst als ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt, beginnt sie, die Vergangenheit ihrer Familie und Fragen der eigenen Identität neu zu betrachten. Jessica Mawuena Lawson entwickelt in ihrem Debütroman „Kekeli“ daraus eine Coming-of-Age-Geschichte über Zugehörigkeit und...

KULTURTIPP

Buchtipp: Rift

Zwei Geschwister, davon eines todkrank, machen einen Roadtrip durch Nordamerika. Die Ideen, die Marina Schwabe in ihrem Romandebüt „Rift“ verwebt, sind also keineswegs neu: abenteuerliche Autoreise, tiefe Geschwisterliebe, drohender Abschied und Todesnähe. Die Literatur, die um diese Motive kreist, füllt mittlerweile Bücherregale. Dank ihrer...

KULTURTIPPMUSEK

Juli 2026: Willis Tipps

Mit Decennium, seinem dritten Album seit 2016, feiert das skandinavische Frauentrio Fru Skagerrak sein zehnjähriges Jubiläum. Neben gelegentlichen Gesangseinlagen und Flötenspiel stehen sowohl Standardgeigen als auch die mit einer tieferen Saite versehene fünfsaitige Geige und die gänzlich tiefer gestimmte Oktavgeige im Zentrum ihres musikalischen Ausdrucks.

KULTURTIPP

Kulturtipp: « Ascenseur pour l’échafaud »

Florence (Jeanne Moreau) et son amant Julien (Maurice Ronet) décident d’assassiner le mari de Florence. Le crime est presque parfait, mais une panne d’ascenseur vient déjouer leur plan. Ascenseur pour l’échafaud, sorti en 1958, est le premier long métrage de Louis Malle. S’il préfigure la Nouvelle Vague, ce polar est avant tout connu pour sa...