+++ Mit dem europäischen Sternenbanner auf dem Rücken, wanderte die junge Künstlerin Claudia Passeri im Juni von Luxemburg-Stadt in Richtung Schengen, wo am 14. Juni 1985 das EU-Grenzabkommen unterzeichnet wurde. Mit einem Pilgerstab sowie einem Credencial del Peregrino ausgerüstet, in dem sie die Stempel der Verpflegungsstationen sammelte, die sich auf ihrem zweitägigen Marsch befanden, hinterfragte die Künstlerin durch ihre Wanderung die Bedeutung von Europa für seine Bürger: Schengen wird zur Inkarnation eines Kultortes, den man anbetet und zu dem man hinpilgert – um mehr Freiheiten, ein besseres Leben, mehr Gerechtigkeiten zu erlangen? Hat Europa hier seine Versprechen umgesetzt oder ist es letztlich an den eigenen Idealen gescheitert? Identität und Grenzerfahrungen – ob im politischen oder rein menschlichen Sinne – sind Themen die in den Arbeiten von Claudia Passeri immer wiederkehren. Ihr Talent hat sie schon bei einigen Ausstellungen in mehreren Ländern Europas unter Beweis stellen können, sie gehört unter anderem zu den Mitbegründerinnen der „Agentur Borderline“, die anlässlich des Kulturjahrs 2007 ins Leben gerufen worden war. Nichtsdestotrotz wurde die Künstlerin mit ihrer subversiven, oft gesellschaftskritischen Herangehensweise in den Gruppenausstellungen der großen Kulturtempel in Luxemburg oft kläglich vergessen oder gar ignoriert – man fragt sich nur warum? Nun jedoch wurde ihre Arbeit zumindest öffentlich anerkannt: Sie erhielt letzte Woche – neben der polnischen Künstlerin Maria Loboda – den „Edward Steichen Award Luxembourg“, der alle zwei Jahre an ein aufstrebendes Talent zwischen 25 und 35 Jahren im Bereich der zeitgenössischen Kunst verliehen wird. Und man darf gespannt sein, wo der „American Dream“ – Claudia Passeri darf an dem New Yorker „International Studio & Curatorial Program“ teilnehmen – die Künstlerin hinführen wird. Weitere Infos: claudiapasseri.com
Regisseur Michelangelo Antonioni: Der Weg in die filmische Moderne
Michelangelo Antonioni ist ein Name, der für den Film ebenso wichtig ist wie Marguerite Duras für die Literatur oder Giorgio de Chirico für die Malerei. Zweifelsohne gilt der italienische Regisseur als einer der bedeutendsten Modernisierer*innen des Kinos in Europa nach 1950. Sein Werk prägt die internationale Filmgeschichte. Die Bedeutung von...

