Weniger Biosprit, nicht mehr Klimaschutz

von | 19.10.2012

Für Agrotreibstoffe wurden neue Regeln vorgelegt, mit denen die EU-Kommission versucht, die Kritik an unerwünschten Nebeneffekten zu berücksichtigen. Die indirekten Auswirkungen der Förderung von Energiepflanzen führen zu einer Verknappung von Lebensmitteln und teilweise zu einem höheren CO2-Ausstoß als bei fossilen Treibstoffen (woxx 1094). Ersteres wird insofern berücksichtigt, als der Anteil des Biosprits an den erneuerbaren Energieträgern im Transportbereich halbiert wurde: Für 2020 dürfen sie höchstens fünf Prozent des Energieverbrauchs ausmachen. Der 10-Prozent-Anteil für erneuerbare Energien müsste dann wohl vor allem mittels Elektroautos erreicht werden. Die Industrie beklagt sich über die Planungsunsicherheit – nicht ganz zu Unrecht. Allerdings war sie es, die das zweifelhafte 10-Prozent-Ziel durchsetzte, obwohl man um die Probleme wusste. Doch auch die NGOs sind unzufrieden, denn die Kommission macht kaum einen Unterschied zwischen klimaschädlichen und klimafreundlichen Agrotreibstoffen. Infolgedessen kündigte der grüne Europa-Abgeordnete Claude Turmes  an, man werde versuchen, „diese Schwäche des Vorschlags im Europaparlament zu beheben“.

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