OUT OF THE CROWD-FESTIVAL: Win-win für den Indie

Mit 14 luxemburgischen und europäischen Rock-, Pop- und Elektro-Acts sowie einer Ausstellung zum Thema Klangkunst bietet das Out oft the Crowd-Festival (OOTC-Festival)die Gelegenheit, in der Kulturfabrik neue Bands zu entdecken, bekannten Klängen zu lauschen und sich bei audiovisuellen interaktiven Installationen Gedanken über seine eigene Rolle als Musikkonsument und Fan zu machen.

Worum es beim OOTC-Festival geht, sagt schon der Name: Um Indie-Bands, die nicht der Massenströmung folgen, sondern – musikalisch wie produktionspolitisch – ihren eigenen Weg gehen wollen. Das ist zwar eine löbliche Devise, jedoch schwer umzusetzen, entsagt man doch als eingefleischter Indie jeglicher Unterstützung durch große Musikkonzerne. Hilfe in den Bereichen Budget, Produktion, Marketing und Management sind nur einige Dinge, die eine junge Band braucht, um sich einen Namen zu machen.

Dementsprechend dünn war in den 1990ern die Luxemburger Indie-Szene gesät. Um dem entgegenzuwirken, schlossen sich 1998 sechs Luxemburger zum Kollektiv Schalltot zusammen. Jungen alternativen Bands sollte bei ihren Bemühungen geholfen werden, sich in der Szene zu etablieren. Ob es darum ging, den chronischen Mangel an Proberäumen zu beheben, die Aufmerksamkeit der Presse zu erhaschen oder luxemburgischen Newcomern Networking-Optionen mit europäischen Bands und Labels zu verschaffen – das Kollektiv Schalltot wurde zu einem wichtigen Unterstützer der hiesigen Szene.

Heute ist das Kollektiv vor allem dafür bekannt, regelmäßig Konzerte für Indie-Bands und -Musiker zu organisieren. Eines seiner Projekte ist das seit 2004 alljährlich stattfindende OOTC-Festival, bei dem internationale mit lokalen und bekannte mit unbekannten Acts auf einer Bühne stehen. In den letzten Jahren haben Bands wie And So I Watch You From Afar, Maserati, Tall Ships und Honey for Petzi ein begeistertes Publikum angelockt.

Wie jedes Jahr wird auch an diesem Samstag parallel zum Musikfestival eine Ausstellung gezeigt, bei der die Künstler Valentin Ferré, Morgan Daguenet aka Bertuf, AV2 und ALT GR audiovisuelle Installationen präsentieren, von denen viele interaktiv mit den Bands, den Räumlichkeiten und dem Publikum in Verbindung stehen.

In Zusammenarbeit mit dem EXIT07 (Carré Rotondes) wurden Acts wie die Pop-Rocker Monochrome und DJ Phon.o aus Deutschland, Elektro-Pop-Band Im Takt, Post-Hardcore-Band Bâton Rouge und MWTE aus Frankreich rekrutiert. Die Luxemburger Fraktion vertreten die Electro-Band Artaban, die Post-Rocker Soleil Noir und Antifragile mit ihrem Math-Rock.

Aus Österreich reist Elektro Guzzi an, eine Band, die mit ihrem analogen Elektro durch Mundpropaganda frühzeitig so große Wellen schlug, dass sie schon vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums für Auftritte beim Sonar-Festival, im Berliner Berghain und für eine Tour in Japan gebucht wurde. Beim OOTC sind sie mit ihrem im Mai erscheinenden Album Observatory am Start.

Der wohl größte Name im diesjährigen Line-Up ist die Londoner Band Breton, die sich 2007 als Multimedia-Künstlerkollektiv zusammentat und zuletzt mit ihrem Album War Room Stories neue Richtungen im experimentellen Rock erforscht.

Ein toller Tag mit einem überzeugenden Line-Up ist also garantiert; zugleich unterstützt man mit dem Besuch des OOTC die Luxemburger Musikszene – eine klare Win-win-Situation für jeden Indie-Fan.

An diesem Samstag, dem 19. April in der Kulturfabrik Esch-sur-Alzette


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