Best of 2010er: „Dream Daddy“ von Game Grumps

von | 27.12.2019

Das Jahresende gibt Anlass, sich an die besten queer-zentrischen Videospiele der 2010er zurückzuerinnern. Diesmal geht es um sexy alleinerziehende Väter.

Ein alleinerziehender Vater zieht mit seiner Tochter in eine eher langweilig anmutende Vorstadt. Schnell wird klar, dass die Sackgasse, in der ihr neues Zuhause steht, von sehr ähnlichen Familien bewohnt wird: Gutaussehende, alleinerziehende Väter. Diese Gemeinsamkeiten machen das Einleben einfacher. Der Protagonist trifft sich mit den anderen Vätern – und es stellt sich heraus, dass der eine oder andere nicht nur auf eine kumpelhafte Freundschaft aus ist …

Das Genre der Dating-Simulatoren, auch „Visual Novel“ genannt, ist außerhalb Japans relativ unbekannt. Anders als bei Egoshootern, Plattformern oder sonstigen action-lastigen Spielen ist der Fokus hier vor allem auf der Story. Oft haben die Spieler*innen mehr das Gefühl, ein „choose your own adventure“-Buch zu lesen als ein Videospiel zu spielen. „Dream Daddy“ lockert dies durch einige kurze Minigames auf, bei denen zum Beispiel ein Radio repariert oder Minigolf gespielt werden muss. Außerdem ist der Inhalt so lustig und liebevoll gestaltet, dass ohnehin keine Langeweile aufkommen kann.

Spieler*innen können im Laufe der Geschichte wählen, mit welchem der Väter sie auf ein oder mehrere Dates gehen wollen: mit Brian dem Handwerker, Mat dem Cafebesitzer, Joseph dem Jugendpfarrer, Hugo dem Englischlehrer, Craig dem Sportler, Damien dem Goth oder mit dem ständig betrunkenen Robert. Sie alle haben unterschiedliche Persönlichkeiten, und Dates mit ihnen verkomplizieren die Beziehung mit der eigenen Tochter auf mehrfache Weise. Am Ende des Spiels müssen sich die Spieler*innen für einen „Dream Daddy“ entscheiden.

Die Prämisse der bisexuellen oder schwulen alleinerziehenden Väter mag etwas weit hergeholt klingen, besonders wenn man bedenkt, dass ihre Sexualität innerhalb des Spiels nie thematisiert wird: Die gegenseitige Anziehung wird einfach als gegeben angenommen. Hier liegt vielleicht die wahre subversive Kraft des Spiels: Fluide Sexualitäten sind so normal, dass nicht darüber gesprochen werden muss. Neben dem Dating werden wichtige Fragen zu Elternschaft und toxischer Männlichkeit verhandelt. Die vielen wunderbar schlechten „Dad-Jokes“ runden das Spiel ab und machen es zu einem recht kurzweiligen, aber äußerst unterhaltsamen Erlebnis.

Dream Daddy, entwickelt von den Menschen hinter dem Youtube-Kanal Game Grumps, erschien 2017 und ist mittlerweile für Windows, Linux, macOS, Playstation 4 und Switch erhältlich.

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