Elektronische Kommunikation im Confinement: Mehr Internet, weniger SMS

von | 25.03.2021

Das Institut luxembourgeois de régulation (ILR) hat Daten über das Kommunikationsverhalten während des vergangenen Jahres veröffentlicht. Wenig überraschendes Ergebnis: Die Internetnutzung ist während der Kontaktbeschränkungen vor einem Jahr massiv gestiegen.

Vor einem Jahr galten in Luxemburg die ersten Ausgangsbeschränkungen. Neben der Frage, ob genügend Klopapier vorhanden wäre, beschäftigte einige Menschen auch die Frage, ob das Internet nicht knapp werden würde – immerhin gibt es keine unbegrenzten Kapazitäten. Angesichts der Meldungen, dass Netflix in mehreren europäischen Ländern Maßnahmen zur Begrenzung der übertragen Daten ergriff, widmete sich auch die woxx der Frage. Damals beruhigten die Netzbetreiber: Es seien genügend Kapazitäten vorhanden.

Ein Jahr später hat das ILR einen Rückblick auf das Pandemiejahr 2020 veröffentlicht. Darin wird deutlich: Die Telekommunikationsbedürfnisse sind mit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen sprunghaft angestiegen, die Netzbetreiber waren jedoch dafür gerüstet. Am 18. März wurden doppelt so viele Daten wie normal hochgeladen, die Downloadzahlen waren 50 Prozent höher. Dieser Trend flachte zwar mit dem Andauern der Kontaktbeschränkungen etwas ab, dennoch war der Datenverkehr gerade in der ersten Phase bis Ende April etwa ein Viertel höher als sonst.

Während Streamingdienste boomten und in vielen Firmen zum ersten Mal Videokonferenzsoftware eingesetzt wurde, waren aber auch traditionellere Kommunikationsmittel stark gefragt: Beim Festnetztelefon stellte das ILR am ersten „Lockdown“-Wochenende ein Plus von 230 Prozent innerhalb Luxemburgs fest – es wurden aber auch 80 Prozent mehr Telefonate ins Ausland getätigt. Bei mobilen Telefonaten war die Steigerung „lediglich“ 60 Prozent. Genau wie beim Datenverkehr flachte das Telefonverhalten ab, je länger die Beschränkungen anhielten.

Eine Änderung im Kommunikationsverhalten der Bewohner*innen Luxemburgs ist doch leicht erstaunlich: Es wurden von Mitte März bis Ende Juni 2020 bis zu 40 Prozent weniger SMS verschickt. Das ILR erklärt das damit, dass wohl mehr Menschen Messenger-Dienste wie Skype, Facebook, Whatsapp oder Teams benutzten.Der mobile Datendownload ist während der Beschränkungen um 5 bis 10 Prozent gesunken – der Upload jedoch um den gleichen Wert gestiegen. Die Erklärung hierfür liegt vermutlich daran, dass die Daheimgebliebenen ihr Wlan-Netzwerk benutzen und diejenigen, die das Haus verlassen mussten, ein gesteigertes Kommunikationsbedürfnis hatten.

Das ILR betont, dass die Netzbetreiber gut reagiert und ihre Kapazitäten erhöht hätten. Dementsprechend sei es zu keinen größeren Ausfällen gekommen. Die Zahl der beim ILR eingegangenen Beschwerdensei nicht angestiegen. Auch die Netzneutralität sei erhalten geblieben, da kein Netzbetreiber sich gezwungen sah, die Bandbreite einzuschränken.

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