Krachende Krankenschwestern: ART-NOISE-ROCK

von | 18.06.2004

Sonic Youth, „Sonic Nurse“, 2004 Geffen Records

Der Titel des ersten Songs verrät alles: Pattern Recognition. Wer Sonic Youth’s mittlerweile 19. Album Sonic Nurse hört, wird einiges wieder erkennen. Da sind die eindringlichen Stimmen von Kim Gordon und Thurston Moore. Da sind die extrem kratzigen, bisweilen dissonanten Gitarrenriffs von Lee Ranaldo. Neu erfunden haben die New Yorker sich und ihren Art-Noise-Rock auch nach mehr als 23-jähriger Schaffenszeit nicht – und trotzdem laufen sie zu lang vermisster Größe auf. Vielleicht, weil dieses Album nicht so experimentell daherkommt, sondern rockiger. Ganz sicher aber auch, weil Gordon und Moore so gut singen wie lange nicht mehr. Wenn Gordon gehässig über Mariah Careys zweideutige Körpersprache herzieht, klingt das einfach herrlich. Auch das Lied „Stones“, eingängig wie ein Popsong, hat das Zeug zu einem echten „Sonic“-Klassiker. Nach dem herausragenden „Murray Street“ also ein weiteres Album, das sich nicht nur eingefleischte Fans zulegen sollten.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

KULTURTIPP

Buchtipp: Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer.

KULTURTIPP

Comic-Tipp: Wald ohne Bäume

Der 25. April ist der internationale „Tag des Waldes“ – ideal also, um sich näher mit jenen Lebensräumen zu beschäftigen, die rund ein Drittel der Erdoberfläche bedecken. Mit „Wald ohne Bäume“ präsentiert Zeichnerin Hanna Harms einen Sachcomic, der so poetisch ist, dass er auch als Lyrikband durchgehen könnte.