Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen

von | 02.06.2021

In allen möglichen Lebensbereichen gilt Männlichkeit als Standard – eine Folge des sogenannten „gender data gaps“, wie Autorin und Aktivistin Caroline Criado-Perez in ihrem Buch „Unsichtbare Frauen – Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ anhand vieler Beispiele beleuchtet.

Von Sprache und Emojis über Fernseh- und Videospielfiguren bis hin zu Arbeitswelt und Medizin – in unzähligen Bereichen wird Männlichkeit (und Weißsein) als Standard gesetzt, das Weibliche (und Schwarzsein) dagegen als Abweichung. Konkret heißt das: Unser Wissen besteht vor allem aus Daten über weiße Männer, diese wiederum sind die Grundlage weitreichender Entscheidungen. Die geringe Anzahl an Statuen von Frauen, an Frauen auf Geldscheinen, an Presseberichten über Frauen; Anschnallgurte, die männliche Körper besser schützen als weibliche: Anhand unzähliger Beispiele zeigt Caroline Criado-Perez in „Unsichtbare Frauen“ auf, dass all dies nicht auf Zufälle zurückzuführen ist.

Die Autorin beruft sich auf eine Fülle an Studien und Statistiken, ihr Buch ist zugleich aber leicht zugänglich und unterhaltsam geschrieben. Auch wenn ihr ein biologischer Essentialismus und die Beschränkung auf Zweigeschlechtlichkeit vorzuwerfen ist, so ist „Invisible Women“ hervorragend dazu geeignet, sich einen Überblick über die Problematik zu verschaffen – und sich mit zusätzlichen Argumenten für Diskussionen mit Anti-Feminist*innen zu wappnen.

Unsichtbare Frauen – Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert, btb Verlag, 15€. Aus dem Englischen von Stepahnie Singh.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #384 – Klimagipfel zu Santa Marta

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Vill Staate sinn enttäuscht dovunner, datt d‘Verhandlungen op den UN-Klimagipfelen esou lues viru kommen. Dowéinst hunn sech Enn Abrëll 57 Länner zu Santa Marta a Kolumbie getraff, fir iwwert den Austrëtt aus fossillen Energien ze schwätzen. Dobäi goung et net...

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #383 – Wéi Russland vum Irankrich profitéiert

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Russland war virum Irankrich wirtschaftlech ënner Drock: niddreg Uelegpräisser, ee Wuelfaartsfong, deen ëmmer méi kleng ginn ass a strukturell Problemer duerch d'Krichswirtschaft. Mee zënter den Ugrëffer vun den USA an Israel op den Iran an der Eskalatioun vun...