Berufseinstieg von Flüchtlingen: „Der Ball liegt nun bei Minister Kersch“

von | 13.07.2021

Nachdem zwei Projekte der Asti beendet wurden, stellt sich die Frage, wie es mit der Integration von Geflüchteten und Migrant*innen in den luxemburgischen Arbeitsmarkt weitergeht. Im Koalitionsprogramm wurden zwar entsprechende Maßnahmen angekündigt, passiert ist bisher jedoch wenig.

„Mir musse Brécke bauen fir op den Aarbeschtmarché eranzekommen.“ Diesem am Montag von Laura Zuccoli geäußerten Vorsatz versucht die Asti nachzukommen – zumindest bis vor kurzem als sich zwei, zu diesem Zweck ins Leben gerufene Pilotprojekte, beendet wurden. Die Projekte Connections, Connections4work und Luxwow richteten sich an Menschen, die weder den luxemburgischen Arbeitsmarkt noch die entsprechenden Bewerbe-Prozeduren kennen oder eine der Landessprachen beherrschen. Obwohl es sich bei der primären Zielgruppe um Flüchtlinge und Migrant*innen handelt, standen die Projekte auch Einheimischen offen, die sich schwertun Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden.

Wie Marc Piron und Laura Zuccoli von der Asti am Montag der Presse gegenüber erklärten, waren die Pilotprojekte ein voller ErfolgDie Sprachkurse, Workshops und Praktika ermöglichten allen Teilnehmer*innen einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Die Erfahrungswerte der Asti haben gezeigt: Je früher Migrant*innen sich mit dem hiesigen System vertraut machen, desto besser stehen ihre Chancen, Arbeit zu finden. Die Asti fordert deshalbm, dass auch Asylbewerber*innen auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, nicht nur anerkannte Flüchtlinge.

Mit dem Ende der befristeten Finanzierung durch den Fonds social européen, das Arbeits- sowie das Integrationsministerium gingen jedoch auch die Projekte zu Ende. Das Arbeitsministerium kenne die Problematik, im Koalitionsplan seien entsprechende Maßnahmen angekündigt worden, ohne dass bisher jedoch etwas passiert sei. Konkret heißt es im Koalitionsabkommen: „Ein Gesetzesrahmen soll den Antragstellern auf internationalen Schutz den Zugang zu Aktivierungsmaßnahmen wie Gemeinwesenarbeit, Praktika in Unternehmen oder Volontariaten ermöglichen“. „Der Ball liegt nun bei Minister Kersch“, so Zuccoli. Die Projektleitung müsse nicht unbedingt einer Organisation zukommen, auch die Adem käme dafür in Frage, sagt Zuccoli. In ihren Augen wären einstaatlich geförderte Programme zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt für alle ein Gewinn: Nicht nur für Menschen ohne Arbeit, sondern auch für Arbeitgeber*innen wie die Fédération des artisans, die händeringend nach Arbeitskräften suchen.

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