Weltweit werden dem luxemburgischen Künstler Michel Majerus Einzelausstellungen gewidmet, so auch aktuell im Mudam auf Kirchberg: Die Kuratorin und Direktorin des Museums, Bettina Steinbrügge, konzentriert sich in „Sinnmaschine“ vor allem auf seine Arbeitsmethoden; entschied sich neben der Darstellung der für ihn typischen poppigen Großleinwände und begehbaren Installationen demnach auch für die Zurschaustellung seiner Notizbücher und seiner Bibliothek. Die Raumgestaltung durch Studio Miessen unterstreicht den thematischen Schwerpunkt: Wer den „Mudam Grand Hall“ betritt, stößt auf ein spartanisches Design, vorwiegend bestehend aus kahlen Gerüsten. Soll dies den Eindruck vermitteln, in Majerus Atelier zu stehen, misslingt dies leider durch die Offenheit der Eingangshalle. Da diese einigen Besucher*innen als Durchgangsraum dient, fällt es an stark besuchten Tagen schwer, sich in Ruhe auf die Exponate einzulassen. Trotzdem liefert „Sinnmaschine“ spannende Perspektiven auf das Gesamtwerk des Künstlers, der 2002 bei einem Flugzeugabsturz in Niederanven ums Leben kam. Besonders seine frühe und kritische Auseinandersetzung mit den Medien und der Digitalisierung bieten Stoff zum Nachdenken. Neugierige können bereits vor dem Ausstellungsbesuch in den Audioguide zur Schau hinein hören und das Ausstellungsheftchen durchblättern – beides steht kostenfrei in mehreren Sprachen auf mudam.com zur Verfügung.
Kulturtipp: Warpunk-Propaganda aus Teheran
„Sind wir nur bedeutungslose Zahlen in dieser korrupten Welt?“, fragte das iranische „Ardawahisht Collective“ am 20. Januar auf seinem Facebook-Auftritt angesichts der fortdauernden Massaker des islamischen Regimes im Iran an der dortigen Zivilbevölkerung. Eines der Mitglieder des Kollektivs von Metalmusiker*innen hatte gerade zwei neue Tracks präsentiert: „No Title – They Killed More than 12.000 in 4 Days“ und „Warpunk Rebellion MMXXVI“, so die beiden Stücke, in denen das Grauen dieser Tage verarbeitet worden ist.

