Theatertipp: Nornen

von | 11.07.2024

(Foto: Patrick Galbats)

Die Nornen, drei nordische Schicksalsgöttinnen, erzählen sich immer wieder dieselbe Geschichte: die von Ragnarök, dem als „Götterdämmerung“ bekannten Weltuntergang. Eines Tages aber möchte eine von den mythischen Schicksalslenkerinnen aus der verstaubten Routine ausbrechen und sich neuen, modernen Narrativen zuwenden. Das führt natürlich zu Konflikten – aber zugleich beginnen Urd, Verdandi und Skuld, sich auch über das Storytelling, das „Weben, Stricken und Flechten“ von Erzählungen Gedanken zu machen. Sie fangen an, den erzählerischen Dreiklang aus Anfang, Mitte und Schluss zu hinterfragen – und wie sieht es eigentlich mit dem Spannungsbogen aus? Die Stoßrichtung des Stücks, das seine eigene Bedingungen erforscht, ist interessant, ein bisschen weniger Klamauk und plakativer Humor hätten ihm aber gutgetan. Trotz ihrer betont ironischen Setzung verfehlen viele Kalauer ihre Wirkung; darüber gehen manchmal auch die inhaltlichen Pisten, die das Stück verfolgt, leider verloren. Die Koproduktion des Kollektivs „Independent Little Lies“, dem Escher Theater und dem Kasemattentheater kann man sich noch am heutigen Freitag, dem 12. Juli um 20 Uhr im Kasemattentheater ansehen. Auf der Bühne stehen Frédérique Colling, Catherine Elsen und Anne Klein.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

KULTURTIPP

Buchtipp: Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer.

KULTURTIPP

Comic-Tipp: Wald ohne Bäume

Der 25. April ist der internationale „Tag des Waldes“ – ideal also, um sich näher mit jenen Lebensräumen zu beschäftigen, die rund ein Drittel der Erdoberfläche bedecken. Mit „Wald ohne Bäume“ präsentiert Zeichnerin Hanna Harms einen Sachcomic, der so poetisch ist, dass er auch als Lyrikband durchgehen könnte.