
(© Suhrkamp)
Obgleich der Titel „Museum der Einsamkeit“ es unter Umständen vermuten ließe, kann von musealer Angestaubtheit bei Ralf Rothmanns neuem Erzählband nicht die Rede sein: In neun meisterlich erzählten Geschichten entwirft der Autor soziale Sittenbilder, in denen sich Büßer*innen, Zyniker*innen, Schurk*innen und die vom Schicksal Gebeutelten zu dem kurzen, von plötzlichen Richtungswechseln bestimmten Tanz begegnen, der das Leben ist. Dabei setzt Rothmann bei jeder Erzählung erneut zu einem sprachlichen Höhenflug an – ein Buch, das sich so gut liest, dass es durchaus auch ein Türöffner sein kann, um das Gesamtwerk des Autors (neu) zu entdecken.

