Eigentlich handelt es sich bei der „Restopolis“-Initiative „Supply4Future“ um einen Erfolg: Statt wie beim Schulobst vorrangig auf den Preis zu schauen, erarbeitete das Bildungsministerium eine Kriterienliste, nach der lokal und vor allem biologisch produzierte Lebensmittel in Schulkantinen priorisiert werden sollen. Nun werde dieser erfolgreiche Ansatz jedoch in Frage gestellt, kritisierte der Méco auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag. So sollen konventionell, aber lokal produzierte Lebensmittel Vorrang vor Bio-Produkten aus dem Ausland kriegen. Gefördert werde der Wechsel unter anderem von der Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) und der Verteilerfirma „Provençale“. Letzterer wirft die Umwelt-NGO vor, ihre marktbeherrschende Position zu nutzen, um Druck auf Landwirt*innen und die Regierung auszuüben. Die Änderung, führe zu einer Schwächung des hiesigen Biosektors, fürchtet die Umwelt-NGO: Werden lokale konventionelle Produkte vor ausländischen priorisiert, verschwinde einer der wenigen Anreize für Landwirt*innen auf Bioprodukte umzustellen. „Die Ministerin setzt sich nicht nur nicht für den Biosektor ein, sie arbeitet aktiv auch an dessen Schwächung“, so Méco-Präsidentin Blanche Weber. Ein Großteil der Emissionen aus dem Landwirtschaftsbereich würden nämlich nicht beim Transport, sondern bei der Produktion selbst entstehen – somit seien auch ausländische Bio-Produkte nachhaltiger als konventionelle aus Luxemburg. Dieses Jahr stammen 71 Prozent der Produkte, die Restopolis in Schulkantinen nutzt, aus lokalem Anbau.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

