
(© Forum)
50 Jahre gibt es die Autor*innenzeitschrift Forum nun schon. Das Dossier der eben erschienen Jubliäumsausgabe ist jedoch keine Nabelschau, sondern dreht sich um das Thema Lesen. Die meisten Beiträge konzentrieren sich auf die Rezeption literarischer Werke, nur ein Artikel untersucht die neurobiologischen Aspekte des Lesens. Zwei Beiträge sind erstaunlich kulturpessimistisch und geben die immergleichen „Talking points“ der amerikanischen Rechten wieder. Zum Glück überwiegen die interessanteren Beiträge, etwa über die Luxemburger Verlagslandschaft, das „Centre national de littérature“ oder die Arbeit von freien Lektor*innen im Großherzogtum. Poetin Ulrike Bail erklärt erhellend, wie man Gedichte liest. Zur Abrundung des Dossiers geben sechs Luxemburger Autor*innen Lektüretipps. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit neueren Phänomenen wie Booktook oder dem Romantasy-Genre fehlt leider. Außerhalb des Dossiers sticht besonders der Beitrag über das Projekt „École du goût“, das nicht nur Kinder an eine gesunde und nachhaltige Esskultur führen will, heraus, daneben sind – wiederum passend zum Dossierthema – Buchrezensionen abgedruckt.

