Die NGO „Solidaritéit mat den Heescherten“ warnt vor einer weiteren Stigmatisierung und Kriminalisierung von armutsbetroffenen Personen und Menschen aus der marginalisierten Roma-Bevölkerungsgruppe. Grund hierfür: Ab Mai dieses Jahres soll die luxemburgische Polizei mit rumänischen Patrouillen zusammenarbeiten, um hierzulande gegen Menschenhandel und „organisierte“ Bettelei vorzugehen. Diese Einsätze würden vor allem verarmte Roma-Personen visieren, kritisiert Solidaritéit mat den Heescherten in einem Schreiben vom 11. März. Neu sei dieser Fokus durchaus kaum: schon in vergangenen Jahren kam es mehrmals zu verschiedenen Kampagnen und unbewiesenen Behauptungen, etwa vonseiten des CSV-Innenministers Léon Gloden, die mit Vorurteilen gegen verarmte Menschen und rumänische Bettler*innen stichelten. „In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Roma auch in Luxemburg seit jeher Opfer von Verfolgungen waren, die ihren Höhepunkt im Völkermord durch die Nationalsozialisten fanden“, betont die NGO. Sie fordert Antworten: „Steht nun nach dem Bettelverbot und nach dem Gesetzesvorschlag über den ,erweiterten Platzverweis‘ , der es erlauben soll, verarmte Menschen an den Rand der Städte und Dörfer zu verbannen, auch die Rückführung armer EU-Bürger*innen auf der Agenda des Innenministers?“
Demografie: Zehn Jahre länger bis zur Million
Neuen Projektionen zufolge sollen bis 2070 eine Million Menschen im Großherzogtum leben. Das zeigt: Luxemburgs Bevölkerungswachstum verlangsamt sich. Grund ist weniger starkes Wirtschaftswachstum.

