Gilles Zeimet ist als Direktor des Centre national de l’audiovisuel (CNA) zurückgetreten. Das gab Kulturminister Eric Thill (DP) am Mittwoch während der Sitzung der parlamentarischen Kulturkommission bekannt. Déi Lénk-Abgeordneter Marc Baum hatte die immer noch ungeklärte Frage zu möglichen Feuchtigkeitsschäden an den Exponaten der Ausstellung „The Family of Man“ erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Die Fotoschau des in Luxemburg geborenen Edward Steichen ist seit 2003 das einzige Luxemburger Dokumentenwerk im Unesco-Register „Memory of the World“ – und wird es wohl auch bleiben (woxx 1881; Kulturpolitischer Problemfall). In der Kommission entschuldigte sich Thill für einen „Flüchtigkeitsfehler“ während eines RTL-Interviews, nämlich seine Aussage, die Fotos seien nur über wenige Minuten einer erhöhten Luftfeuchtigkeit ausgesetzt gewesen. Er blieb aber dabei, dass er auf die Expertise seiner Beamt*innen vertraue. Baum hingegen bewertete sein Verhalten als einen Vertrauensbruch, da die Analyse der Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten zeigt, dass es langfristige Überschreitungen der Toleranzbereiche gab. Andere Abgeordnete der Opposition schlossen sich dieser Kritik an. Der Kulturminister versprach, zeitnah ein „Monitoring“ der Werke in Clerf durchführen zu lassen. Außerdem sollen nun Notfallprozeduren aufgestellt und ein Echtzeit-Überwachungssystem eingerichtet werden. Er betonte außerdem mehrmals, in einem Schloss könnten niemals „ideale Bedingungen wie in einem Museum“ herrschen.
Venezuela: Stabilität ohne Demokratie
Seit mehr als 100 Tagen regiert die von den USA mittlerweile offiziell anerkannte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez in Venezuela. Gefällig öffnet sie das Land den US-amerikanischen Wirtschaftsinteressen und festigt ihre eigene Macht und die ihrer Klientel im fortbestehenden autokratischen System.

