
Weibliche Genitalverstümmelung ist in Teilen der Welt verbreitet und auch in Luxemburg Realität. (Foto: UNICEF)
Im Nachgang einer UNICEF-Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Luxemburg, die im April 2026 veröffentlicht wurde, hatten die LSAP-Abgeordneten Claire Delcourt und Mars Di Bartolomeo eine parlamentarische Anfrage zum Thema gestellt. Vergangenen Montag erfolgte die Antwort, der sich neben den drei adressierten Minister*innen der Bereiche Gleichstellung, Gesundheit sowie Zusammenleben und Unterbringung von Flüchtlingen auch die Justizministerin Elisabeth Margue (CSV) anschloss. Als übergeordneten Rahmen verweist die Regierung auf den nationalen Aktionsplan gegen geschlechtsbasierte Gewalt vom Juni 2025. Aus der Antwort geht hervor, dass Schulungen für Fachkräfte im Sozialbereich aktuell noch größtenteils von der Nichtregierungsorganisation „GAMS Belgique“ abgedeckt werden und schrittweise von der 2025 gegründeten „GAMS Lëtzebuerg“ übernommen werden sollen. Das ONA führe mit allen Asylsuchenden zwei strukturierte Erstgespräche, in denen FGM explizit angesprochen werde; der Service Santé des Migrants der Gesundheitsdirektion erfasse das Thema zudem systematisch beim medizinischen Erstkontakt mit Asylsuchenden. Der zuständige Dienst hatte die entsprechende Fachschulung allerdings erst im Dezember 2025 absolviert. Ein koordinierter Versorgungspfad für Betroffene befinde sich noch in Entwicklung. Als zentrale Akteurin wird GAMS Lëtzebuerg genannt, die derzeit von der privaten Fondation André Losch finanziert wird. Eine staatliche Konventionierung ist frühestens ab 2027 vorgesehen; der entsprechende Budgetantrag wurde gestellt, aber noch nicht genehmigt.

