Isolation, wirtschaftlicher Druck, Sorge um die Nachfolge: Viele Bäuer*innen, Winzer*innen und Gärtner*innen sehen sich mit Stressfaktoren konfrontiert, die ihre psychische Gesundheit stark belasten. Um diesem Problem zu begegnen, stellten das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau, die Landwirtschaftskammer, und der Maschinen- und Betriebshilfsring Lëtzebuerg (MBR) in Zusammenarbeit mit „SOS Détresse Luxembourg“ vergangenen Montag die neue Version eines alten Projektes vor. Der Dienst „Een oppent Ouer fir de Bauer, Wënzer a Gäertner“, der bereits 2015 als Sorgentelefon für Menschen aus dem landwirtschaftlichen Bereich eingerichtet wurde, wurde an das Angebot der SOS-Détresse angeschlossen. Um den spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen des Sektors gerecht zu werden, wurden die ehrenamtlichen Helfer*innen entsprechend weitergebildet. Der Bedarf für einen solchen Anlaufpunkt sei laut Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) vom Agrarsektor selbst mehrfach geäußert worden. Nadja Bretz, Leiterin von SOS Détresse, betonte, dass die mentale Gesundheit und ihre Unterstützung ebenso wichtig sei, wie die medizinische oder wirtschaftliche. In Luxemburg gäbe es zwar keine Statistiken, europäische Studien zeigten jedoch, dass Landwirt*innen einem bis zu 30 Prozent höheren Suizidrisiko ausgesetzt sind als die Allgemeinbevölkerung. Der Dienst ist nun unter der Nummer 80 02 71 71 oder direkt über SOS Détresse (45 45 45) sieben Tage die Woche, anonym und kostenlos erreichbar.
Naturwiederherstellungsplan: Ein weiterer „Papiertiger“?
Bis September muss die Regierung einen Plan zur Wiederherstellung der natürlichen Ökosysteme einreichen. NGOs kritisieren den vorliegenden Entwurf – auch, weil er noch nicht vollständig ist.

